Reisen
Ryanair streicht vier Flugverbindungen ab Memmingen

Vier Ziele fallen weg, eine neue Verbindung kommt hinzu: Die Fluggesellschaft Ryanair streicht dem Allgäu Airport im Sommer die Verbindungen nach Valencia (Spanien), Marrakesch (Marokko), Stockholm (Schweden) und Edinburgh (Schottland).

Die Iren ziehen in ganz Deutschland Flugzeuge ab und bedienen andere Strecken. Als Grund nennen sie unter anderem die Luftverkehrsabgabe in Deutschland. Ebenfalls keine gute Nachricht: Im Jahr 2012 hat der Memminger Flughafen einen Verlust von etwa 1,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Bilanz wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Geschäftsführer Ralf Schmid strahlt trotzdem Optimismus aus: Bestehende Verbindungen nach Osteuropa werden öfter bedient, Shannon in Irland wird ein neues Ziel, die Ferieninsel Teneriffa wird auch im Sommer angeflogen, sodass er für 2014 mit 840 000 Passagieren rechnet, ähnlich wie im Vorjahr. Auch die Bilanz 2012 verhagelt ihm nicht die Laune: "Es ist leichter, einen Flughafen zu bauen als ihn zu betreiben", sagt Schmid. Für eine "schwarze Null" brauche Memmingen eine Million Passagiere im Jahr.

2014 sei "das Jahr des Ausbaus" - gemeint ist die geplante Verbreiterung der Landebahn um 15 auf 45 Meter. Damit erfüllt der Airport rechtliche Vorgaben, derzeit läuft der Flugbetrieb mit Ausnahmeregelungen. 15,5 Millionen Euro wird der Ausbau kosten, die Hälfte davon gewährt das Land als Zuschuss.

Wer bezahlt den Rest?

Schmid ist auch hier optimistisch: Viele der 72 Gesellschafter, zumeist Unternehmer aus der Region, hätten signalisiert, sich über Kapitalerhöhungen oder Darlehen zu beteiligen.

Noch gibt es einen Rechtsstreit um den Ausbau. Schmid geht davon aus, dass der Planfeststellungsbeschluss - das ist quasi die Baugenehmigung - bis zum Herbst höchstrichterlich abgesegnet ist. Spätestens dann habe er das Geld beisammen. Gebaut werde 2015, heuer seien vorbereitende Arbeiten geplant, beispielsweise eine Ergänzung des Instrumentenlandesystems.

Wird diese hohe Investition zusätzliche Fluggäste nach Memmingen locken? Nicht direkt, gibt Schmid zu. Er sieht durch den Ausbau jedoch die Chance, Fluglinien anzuwerben, die nur auf den breiten Start- und Landebahnen operieren. Außerdem könnten dann größere Maschinen starten und landen, mit 260 statt bisher 200 Passagieren.

Einige der Gesellschafter fordern einen Einstieg des Freistaates Bayern in Memmingen. Das Land ist auch bei den Flughäfen München und Nürnberg in der wirtschaftlichen Verantwortung und könnte sich über eine dieser Gesellschaften auch am Betrieb des Allgäu Airports beteiligen.

Am Freitagabend in Memmingen hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gesagt, es werde ein Gespräch mit Vertretern der Anteilseigner in der Staatskanzlei geben.

Für die Memminger ist das ein gutes Signal.

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