Opferschutz
"Runder Tisch gegen Häusliche Gewalt" in Kempten begrüßt Start der "Fachberatungsstelle für Täter"

Häusliche Gewalt (Symbolbild)
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  • hochgeladen von Holger Mock

Die polizeiliche Kriminalstatistik führt in Deutschland jedes Jahr über 100.000 Frauen, die Opfer von Gewalt durch den Partner werden. Deutschlandweit hat jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Partnerschaftsgewalt erlebt (Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).  Die Anzahl der Täter, der Partner und Ex-Partner, die gewalttätig wurden, ist folglich immens.

Maßnahmen sollen beim Täter ansetzen

Um im Interesse des Opferschutzes weiterer Gewalt wirksam vorzubeugen, sind Maßnahmen erforderlich, die bei den Tätern ansetzen. Die Arbeit mit Tätern ist unser gesetzlicher und sozialer Auftrag. Erfolgreiche Täterarbeit bedeutet aktiven Opferschutz.

Beratungsangebote für Täter bei Partnerschaftsgewalt gab es bislang aber kaum in Bayern. Seit vielen Jahren setzt sich der "Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt Kempten" (mit Mitgliedern aus Polizei, Justiz und Hilfebereich unter Leitung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Kempten, Katharina Simon) für ein regionales Beratungsangebot für Täter ein.

Fachstelle für Täterberatung mit Mitteln der Landesregierung

Nun wurden durch das "Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt (sogenannte Istanbul-Konvention)" finanzielle Mittel der Landesregierung bereitgestellt, um in jedem Bezirk eine Fachstelle für Täterberatung aufzubauen.

Der "Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt Kempten" ist sehr erfreut, dass die für den Bezirk Schwaben vorgesehene Stelle mit 0,5 in Kempten angesiedelt werden konnte. Beim nächsten Arbeitstreffen des Runden Tisches am 19.10.2020 soll nun Andrea Springborn vom Caritasverband Kempten-Oberallgäu, welche die "Fachstelle Schwaben Süd Täter*innenarbeit bei Häuslicher Gewalt *FTHG" künftig besetzt, offiziell begrüßt werden.

Täterarbeit ist nur erfolgreich und effektiv, wenn die beteiligten Institutionen kooperieren. Daher werden sich am Runden Tisch die Mitglieder von Familiengericht, Staatsanwaltschaft, Polizei, Jugendamt, Frauenhaus, Frauenberatungsstellen und die Gleichstellungsbeauftragte gemeinsam mit Frau Springborn über Zugangswege, Kooperationsverträge, Vernetzung und erforderlichen Rahmenbedingungen austauschen.

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