Rund 200 Schüler in übervollem Zug

Oberstaufen/Immenstadt (rio). Über einen proppenvollen Zug auf der Bahnstrecke Oberstaufen-Immenstadt ärgert sich unser Leser Ludwig Beckel. Als der Staufner vor einiger Zeit morgens um halb acht in Richtung München fahren wollte, traute er seinen Augen nicht: Geschätzte 200 Schüler drängten sich laut Beckel mit ihm am Bahnsteig - um sich anschließend (zusammen mit weiteren Fahrgästen) in einen Zug zu quetschen, der aus nur einer Triebwagen-Einheit bestand. Die Bahn bedauert den Engpass, der Folge eines technischen Defektes gewesen sei.

'Wir standen dicht an dicht in den Gängen und den Vorräumen zum Fahrgast-Abteil', schüttelt der 60-Jährige den Kopf. 'Dass von den automatisch schließenden Türen niemand verletzt wurde, grenzt fast an ein Wunder.' Beckel kann nicht fassen, dass Kinder und erwachsene Bahnreisende auf so 'menschenunwürdige' Weise transportiert würden und die Bahn diese 'gefährliche Art der Beförderung' in Kauf nehme.

Offensichtlich hatte der Oberstaufener das Pech, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem er den Zug nahm, ein technischer Defekt die Situation am Oberstaufener Bahnhof verschärfte. Denn laut Deutscher Bahn habe statt der sonst üblichen zwei aneinander gekoppelten Triebwagen-Einheiten wegen technischer Schwierigkeiten nur eine eingesetzt werden können. 'Das sind bedauerliche Einzelfälle', bittet Bahnsprecher Horst Staimer um Verständnis.

Rempeln am Bahnsteig

Doch auch sonst scheint der Schülerverkehr zwischen Immenstadt und Oberstaufen nicht immer unproblematisch zu sein: Oberstaufens Vize-Bürgermeisterin Renate Specht beobachtet seit längerem, dass morgens am Bahnhof mitunter gefährliche Verhältnisse herrschten: 'Hunderte von Kindern wollen Richtung Immenstadt zur Schule - die Züge sind voll, am Bahnsteig wird gerempelt.'

Die Schüler müssten sich regelrecht in den Zug 'hinein quetschen': 'Ein Kind braucht keinen Sitzplatz, aber wenigstens so viel Platz, dass es die Schultasche hinstellen kann', findet Specht. Auch ein 18-jähriger Schüler, der regelmäßig mit der Bahn zwischen Oberstaufen und Immenstadt pendelt, bestätigt, dass die Züge im Schülerverkehr 'absolut überfüllt' seien. Allerdings: 'Das beschränkt sich auf zwei Züge - einer am Morgen und einer am Mittag.' Dass jemals ein Kind gar nicht mehr hinein gepasst hätte und am Bahnhof zurück bleiben musste, daran kann sich der Schüler aber nicht erinnern.

Bahnsprecher Staimer betont, dass ein zweiteiliger Zug für den Schülerverkehr zwischen Oberstaufen und Immenstadt normalerweise vollkommen ausreiche: 'Wir führen zweimal pro Jahr Zählungen durch - diese Strecke ist dabei noch nie auffällig gewesen.'

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