Grünlandtag
Rund 200 Besucher am Spitalhof in Kempten - Fachvorträge und Versuche

Hans-Peter Schwarzmann erhofft sich, neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen zu können vom 25. Allgäuer Grünlandtag am Spitalhof in Kempten. Der Landwirt aus Immenstadt war einer von rund 200 Besuchern aus dem Allgäu, die sich Fachvorträge übers Grünland anhörten und Versuche, unter anderem zur Futtereffizienz, beobachteten. Besonderer Anziehungspunkt war der Oktokopter, ein Mini-Hubschrauber zur Pflanzenbestandsaufnahme.

In Bayern ist ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Grünland, betonte Jakob Opperer, Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Grünland sei zudem << die wichtigste Futterquelle in Bayern >>, auch hinsichtlich der Eiweißversorgung der Rinder. Zudem verhindere Grünland wirksam die Bodenerosion, binde Kohlenstoff, << und zwar wesentlich mehr als in Ackerbaugebieten >>.

Dauerbrenner Gülleausbringung

Der Spitalhof selbst habe sich der << angewandten Forschung >> verschrieben, betonte dessen Leiter Rasso Höck. So sei bereits in den 60er Jahren die Käsereitauglichkeit von Silomilch untersucht worden oder später das Verhalten von Rindern im Lauf- beziehungsweise im Anbindestall. Ein << Dauerbrenner >> sei die Gülleausbringung. Nur sei da der Spitalhof nicht auf dem neuesten Stand. Höck: << Wir brauchen ein Versuchsgüllefass mit aktueller Technik. >>

Für eine wissenschaftliche Gülleforschung tritt auch Dr. Gerd Müller, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, ein. Zum einen prüfe die EU, ob die Gülleausbringung noch zeitgemäß ist und zum anderen sei der EHEC-Erreger sofort mit Gülle in Verbindung gebracht worden. Da brauche es Klarheit. Seit 35 Jahren gebe es bereits staatliche Forschung am Standort Kempten, betonte Kreisbäuerin und Landtagsabgeordnete Ulrike Müller. Eine aktuelle Idee sei, dass die Hochschule, die Landwirtschaft und auch der Spitalhof einen Forschungsverbund initiieren, um die Effizienz bei Biogas zu steigern. Mehr Zusammenarbeit mit der Hochschule regte auch Hans Epp, Vorsitzender des Milchwirtschaftlichen Vereins Allgäu-Schwaben an.

Kemptens Landwirtschaftsbeauftragten Richard Hiepp << nervt >> es allerdings, dass man für << jede geplante Windkraft- oder Photovoltaikanlage Ausgleichsflächen schaffen muss. Da sterben Projekte, bevor sie in Gang kommen >>. Dr. Gerd Müller will sich für eine Änderung dieser Vorgaben einsetzen.

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