Buchloe
Ruhen und feiern ohne schlechtes Gewissen

«Leben in Fülle» hieß das Motto des Pfarrfests der Buchloer Pfarrei Mariä Himmelfahrt am Sonntag, das traditionsgemäß im Haus der Begegnung stattfand und mit einem Gottesdienst eröffnet wurde. Stadtpfarrer Reinhold Lappat bezeichnete Feste als Ruhepunkte im Leben und zitierte den Schweizer Theologen Kurt Marti: «Ohne Feste wäre unser Leben nicht auszuhalten.» Feste würden die Menschen füreinander öffnen, ergänzte der Seelsorger.

Immer weniger «Hirten»

In seiner Predigt ging er auf das Evangelium («Sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben») ein und beleuchtete ein wenig die Bedeutungen des Wortes «Hirte». In der Kirche gebe es sie immer weniger, zumindest die offiziellen. Ein Hirte habe einen «wachen Blick für das Leben, für das eigene und das der ihm Anvertrauten». Jesus mache in der erzählten Geschichte Mut zum Rasten, weshalb man immer wieder auch einmal ruhen - und auch feiern - dürfe, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Das Stephanus-Quartett und die Firmband gestalteten den Gottesdienst.

Zum Mittagessen spielte der Musikverein «Frohsinn» Lindenberg unter Diana Seitz auf, bevor die zahlreichen Besucher, gestärkt durch Kaffee und Kuchen und die kulinarischen Angebote des Weltladens, die Angebote im und um das Haus der Begegnung wahrnahmen. Neben einem Flohmarkt und einer Flaschentombola mit Gewinn-Garantie gab es einen die Geschicklichkeit sowie den Tast- und Geruchssinn fordernden Spiele-Parcours - nicht nur für Kinder. Vorführungen eines Zauberers sowie Schminken und Basteln im Kellergeschoss des Hauses rundeten das Angebot für die Kleinen ab.

Weit mehr als nur Gesang bot der Kinderchor unter Leitung von Thorsten Schmehr. Höhepunkt war ein musikalisch unterlegter Sketch über den Gegensatz zwischen Land- und Großstadtleben. Hannah und Elisabeth Mair brillierten als zwei ehemaligen Schulkameradinnen, die sich nach langer Zeit wieder getroffen haben: Die eine als Landpomeranze mit einem herrlichen Dialekt-Mix, der jeden Sprachforscher erfreut hätte, die andere als vornehm sein wollende Dame, die am Theater die Rollen verteilt - aber eben nicht als Regisseurin, sondern als Klofrau.

Familien-Foto-Wettbewerb

Den Familien-Foto-Wettbewerb unter dem Motto «Was uns zusammenhält» gewann Familie Eggensberger, deren Motiv (die sechs Hände der Familienmitglieder zu einem Sechseck verschränkt) die Juroren am meisten beeindruckte.

Es hat in der Vergangenheit zwar schon Pfarrfeste mit mehr Programmpunkten gegeben, aber dies störte heuer niemanden. Umso mehr Zeit blieb fürs «Zammhocka» und gemütliche Ratschen: Aktivitäten, die ein hektischer Alltag nur selten zulässt.

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