Neugablonz
Rückblick auf 30 bewegte Jahre

Die Arbeitsweise und Geschichte der 1979 gegründeten Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica standen im Mittelpunkt des dreitägigen Festes zum 30-jährigen Bestehen, das in der Humedica-Zentrale in der Neugablonzer Goldstraße stattfand. Die «Humedicaner», wie sie Organisations-Gründer Wolfgang Groß bezeichnete, ließen sich dabei von den zahlreichen Besuchern über die Schultern schauen. Es gab Hausführungen, die Einblicke in verschiedene Bereiche - von der Apotheke über die Spendenakquise und die internationale Mitarbeiter-Koordination bis hin zur Container-Bestückung - boten. Einen Eindruck eines Einsatzes in einem Katastrophengebiet lieferte ein originalgetreu aufgebautes Versorgungszelt. Zudem gab es Fachvorträge.

Internationales Flair

Beim eigentlichen Festakt herrschte internationales Flair. In das Defilee der offiziellen Gratulanten reihten sich etwa der Botschafter von Benin, Isidore Bio, und der haitianische Botschafter Jean-Robert Saget sowie Delegationen aus Brasilien, Indien, Rumänien und Polen ein. Ansprachen wurden teils ins Englische und Portugiesische übersetzt.

Groß erinnerte sich an die Gründungszeiten: Nach einer Reise hatten er und sein Bruder Dieter sich vorgenommen, professionell «Einsatz für Menschen in Not» vom Ostallgäu aus zu organisieren. «Seit diesem Start hat sich an der Grundidee nichts geändert», so sein Fazit.

Besonders nach dem Tsunami 2004 sei die Organisation enorm gewachsen - und gehöre inzwischen zu den 30 größten Hilfsorganisationen Deutschlands. Aber: «Die Zahl der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, ist nicht geringer geworden.» Sein besonderer Dank galt unter anderem «den Hunderten ehrenamtlichen Helfern». Auf den «wahrscheinlich tragischsten Tag Humedicas» hob Groß ab, als er des verunglückten sudanesischen Humedica-Landesdirektors Nyabuga Polycarp Onsongo gedachte. Dieser war im Juni in Khartoum bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Trotzdem appellierte Groß, auch künftig im Vertrauen auf Gott «unser Potenzial gemeinsam für Menschen in Not einzusetzen».

Diesen Einsatz würdigte Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse: «Sie exportieren Hilfe.» Seine Hochachtung, «wie sie ihre Belange in den Hintergrund stellen und sich unter Gefahr einsetzen», zollte auch der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut.

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