Sanierung
Römischer Wachturm in Ahegg gerettet

Der einzige römische Wachturm (Burgus) in Süddeutschland, von dem noch Reste oberirdisch vorhanden sind, bleibt der Nachwelt erhalten. Das Mauerwerk, das fast 2000 Jahre alt ist, wurde in diesem Sommer saniert. Bis zum Jahresende soll auch eine Holzüberdachung das historische Geviert vor Verfall schützen.

Mit der Sanierung geht laut Diplom-Architekt und Bauleiter Walter Keinert ein 30-jähriges Ringen um den Erhalt des Burgus zu Ende. Schon Anfang der 80er Jahre hatte der damalige Kemptener Stadtarchäologe Dr. Gerhard Weber mit dem Landesamt für Denkmalpflege Kontakt aufgenommen, um die 1,4 Meter hohen Reste des Wachturms, erbaut als Teil der spätrömischen Grenzbefestigung des Donau-Iller-Rheinlimes, zu retten. Doch das für historische Hochbauten zuständige Landesamt für Denkmalpflege in München zeigte wenig Interesse. In Gang kam die Sanierung erst durch den Kontakt mit der für Bodendenkmalpflege zuständige Außenstelle Thierhaupten.

Der Burgus lag unter einem Steinschutthügel in Ahegg hoch über dem Rottachtal, als er 1932 freigelegt und archäologisch untersucht wurde. Am Burgusring auf privatem Grund hinter Wohnbebauung stand das Bauwerk 75 Jahre lang ungeschützt im schattigen Wald, mehrmals wurden Ausbrüche und Ausbauchungen von Laien ausgebessert - allerdings mit Mauermörtel, der nicht frostbeständig war und später für weitere Brüche sorgte. 1995 wurde der Wachturm aus dem dritten Jahrhundert von Mitarbeitern der Kemptener Stadtarchäologie mit frostbeständigem Spezialmörtel ausgebessert.

Holz-Satteldach für die Mauern

Es dauerte bis 2009, bis der Heimatgeschichtliche Verein Buchenberg mit seinem Vorsitzenden Georg Singer die Baugenehmigung der Bodendenkmalpflege in Händen hielt. Viele Spenden mussten zuvor zusammengetragen werden, um das mehrere Tausend Euro teure Projekt finanzieren zu können. Erst wurden Bäume um den Burgus ausgelichtet, um das Mauerwerk vor umstürzenden Bäumen und großem Schattenwurf zu schützen. Mitglieder des archäologischen Arbeitskreises untersuchten den Burgus und fanden heraus, dass um den Wachturm eine Drainage mit großen Bachkatzen zur Abwasserentsorgung angelegt war. Die schadhaften Stellen wurden herausgenommen, gereinigt und wieder eingefügt, die Mauerausbrüche geschlossen. Jetzt fehlt noch das Holz-Satteldach zur langfristigen Sicherung.

Wenn einmal auch der Radweg Isny-Bähnle, der bisher nur über einen versteckten Fußweg zum Burgus führt, besser angebunden ist, erhofft sich der Heimatgeschichtliche Verein nicht nur das Interesse von Römerfreunden, sondern auch von vielen Naherholern und Gästen.

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