Special Allgäuer Festwoche SPECIAL

Kempten
Rockn Roll im vollen Residenzhof

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Der musikalische Funke sprang erst gegen 22 Uhr auf die rund 1200 Gäste der Festwochen-Geburtstagsparty im Residenzhof über. Das war die Zeit, als 'Babel and The Goodmen' 60er Jahre-Hits interpretierten wie James Browns 'I feel good' oder 'Hit the road Jack' von Ray Charles. Da riss es einige der bis dahin still sitzenden Besucher von den Sitzen. Sie klatschten und hatten sichtlich Spaß an der Party unter freiem Himmel in einer lauen Sommernacht. 'Warum gibt es hier nicht mehr solche Veranstaltungen?' fragte sich Thomas Haase (60) aus Kempten nach einem, wie er befand 'gelungenen Abend'.

Eine beschwingte Zeitreise war im Festwochenprogramm angekündigt worden. Dazu gab’s leider keinen Chianti aus dickbauchigen Flaschen, auch keine liebevoll dekorierten kalten Platten, dafür aber 'Kalte Hunde', die laut Beschreibung früher auch als Kellerkuchen bekannt waren. Der Backofen blieb dafür kalt. 'Klar, als Kind habe ich mir den immer zum Geburtstag gewünscht,' sagt ein 53-jähriger Kemptener und erläutert, dass darin viele Keksschichten mit Schokogüssen ummantelt seien. Die Moderatoren des Bayerischen Rundfunks, Bettina Ahne (Kempten) und Oliver Christa (Augsburg) hatten darüber hinaus im Ton-Archiv gekramt und Zeitdokumente wie die Mondlandung 1969 mitgebracht.

Die vor allem von vielen Frauen sehnlich erwartete Modenschau küsste Erinnerungen wieder wach. Beim Rock’n Roll der 50er Jahre mit Petticoats unter weit schwingenden groß gepunkteten Tellerröcken erinnerte sich ein 72-Jähriger an seine erste Freundin, die sich diese Röcke immer selbst genäht hatte. Heißen Rock’n Roll habe er nur ab und zu getanzt. Lieber sei dem Kemptener 'Cheek to cheek', also Wange an Wange gewesen. In einer gut einstudierten Show auf passende Musik vom Band gab es 60 Jahre Mode im Schnelldurchlauf. Manchem war allerdings Teil zwei mit aktuellen Kreationen zu langatmig.

So hatten die Bigbandmusiker, die in Jazz-Sängerin Mia Weirich immer wieder gekonnt unterstützt wurden, über eine Stunde Pause, bevor sie sich nochmals mächtig ins Zeug legten, abrockten und auf ein furioses Finale mit Feuerzauber hinsteuerten. Die angekündigte Multimedia-Show mit Fotos aus 60 Jahren wurde – wohl wegen der fortgeschrittenen Stunde – ganz an den Schluss (kurz vor Mitternacht) gedrängt. Schade.

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