Tiergeschichte
Robert Ess aus Kempten ist das Idol einer Brieftaube

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  • Foto: Yvonne Salvamoser

Die Taube 'Paula' ist keine gewöhnliche Taube. Sie hat einen Menschen als Vorbild 'adoptiert': den Kemptener Robert Ess. Wenn der sich auf die Gartenliege legt, legt sich die Taube daneben. Wenn er Zwetschgen sammelt, rollt sie die Früchte mit dem Kopf zum Eimer. Wenn er von der Küchenrolle ein Blatt abreißt, zieht Paula mit dem Schnabel am Papier.

Es begann damit, dass Paula in Waltenhofen mit einem gebrochenen Bein gefunden und zu der Kemptener Tierärztin Ute Jaroszynski gebracht wurde. Sie schiente ihr Bein und pflegte das Tier in der Praxis. Doch dann wollte sie mit ihrer Tochter verreisen und jemand musste sich in der Zeit Paulas annehmen. Sie brachte die Taube also mit nach Hause und gab sie in die Obhut ihres Mannes Robert. Der kümmerte sich danach drei Wochen lang rührend um das Tier, bis es wieder völlig gesund war.

'Vielleicht lag es daran, dass ich immer mit Paula gesprochen habe', vermutet der 50-Jährige, weshalb das Tier so anhänglich wurde. Seither folgt ihm der Vogel auf Schritt und Tritt, wenn er zu Hause ist. Rollt er den Teig für einen Zwetschgenkuchen aus, steht die Taube daneben und wiegt den Oberkörper im gleichen Tempo vor und zurück.

Trinkt er aus der Kaffeetasse und stellt sie danach auf den Tisch, kommt Paula angeflogen und will auch daraus trinken. Sogar wenn er zum Duschen geht, flattert sie auf die Vorhangstange und will zuschauen. 'Das war Robert dann doch etwas zu intim', lacht seine Frau: 'Er ließ Paula nicht mehr ins Bad." Dafür baute Robert Ess seiner Paula einen Verschlag an die Hauswand und die Taube ist jetzt Teil der Familie.

Dazu gehört übrigens noch ein weiterer kleiner Hausgenosse: das Igel-Mädchen Emma. Auch sie wurde Ute Jaroszynski gebracht – etwa vier Wochen alt und völlig ausgehungert. Als Zuhause spendierte sie dem Igel-Kind ihren Hausschuh. Der ist mit Kirschkernen gefüttert, die sich wunderbar in der Mikrowelle erwärmen lassen. In dem warmen Pantoffel fühlt sich Emma am wohlsten.

Seit einigen Tagen frisst das Igel-Mädchen selbstständig und unternimmt schon erste Ausflüge. Allerdings ist sie noch sehr wacklig auf den Beinen. Sie wird mit Katzenfutter aufgepäppelt und sobald sie ein Pfund wiegt, will die Tierärztin den Igel in die Freiheit entlassen. Ob Emma aber ihren Pantoffel verlässt?

Autor:

Franz Summerer aus Kempten

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