Allgäu
Ringen an der Singold geht weiter

Holzhausen/Landkreis Augsburg Gemeinden fürchten um ihren Baugrund, Anlieger um den Wert ihrer Grundstücke und Bobingen sogar um den Bau des Feuerwehrhauses. Die vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) festgelegten Überschwemmungsgebiete entlang der Singold haben in den vergangenen Wochen für Wirbel gesorgt.

Nun sollte ein Gespräch zwischen Behördenvertretern und dem Wortführer der Anlieger-Gemeinden, der Stadt Bobingen, Klarheit bringen. Von einer «Annäherung» sprach Bobingens Bürgermeister Bernd Müller hinterher. Er kündigte an, die gemeinschaftliche Klage der Kommunen vorerst auf Eis zu legen. Auch der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, Wolfgang Schilling, fand das Gespräch «sehr gut und sinnvoll». Doch eine Einigung in strittigen Fragen scheint die Unterredung nicht gebracht zu haben.

Die Kommunen fürchten wegen der festgelegten Überschwemmungsgebiete erhebliche Nachteile und finanzielle Risiken, wenn sie in diesem Bereich Bauvorhaben realisieren. Für den Chef des WWA ein «Missverständnis».

Dass in den festgelegten Überschwemmungsgebieten nicht gebaut werden dürfe, stimme so nicht, sagte Schilling. Er versprach im Gespräch mit den Vertretern aus Bobingen, bei betroffenen Bauvorhaben «zügig und unbürokratisch» zu verfahren.

Der Gemeinde Großaitingen hilft das allerdings wenig, glaubt Bürgermeister Franz Stellinger. Ein bereits ausgewiesenes Baugebiet liegt mitten im Überschwemmungsgebiet. «Wenn etwas passiert, müssten wir privat haften», sagt er.

Für Rosemarie Stegherr, Sachgebietsleiterin Wasserrecht im Landratsamt, geht es bei dieser Diskussion nicht um Missverständnisse, sondern um eine «unterschiedliche Rechtsauslegung». Denn die Überschwemmungsgebiete seien nun mal da, betont sie. «Es ändert doch nichts, wenn ich sie jetzt ausweise oder bekannt gebe.

» Die Gemeinde Großaitingen war bereits im Bauleitverfahren auf die Überschwemmungsgefahr im Baugebiet hingewiesen worden.

Ob sich nach dem Gespräch mit der Behörde eine neue Situation für das Bobinger Feuerwehrhaus, das im Überschwemmungsgebiet liegt, ergibt, wollte Bürgermeister Müller auf Nachfrage nicht sagen. Er teilte mit, dass man weitere Informationen des WWA abwarte und im September im Stadtrat darüber berate.

Diese Informationen sollen dann auch Aufschluss darüber geben, wie sich das geplante Rückhaltebecken in Holzhausen auf die Überschwemmungsflächen auswirkt. Bislang hatten die Kommunen kritisiert, dass sich nach dem Bau dieses Beckens die Hochwassersituation entlang der Singold ohnehin ändere. (monik)

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