Marktoberdorf
Richtig reingewachsen in die Fasnacht

In der Maske des «Altfasnachters» aufzutreten - ja, doch, das gefalle ihm am besten. Weil man da auf der Bühne alles sagen kann. Es ist aber nur eine von vielen Rollen, die Hansjörg Kögel bei den Oberdorfer Fasnachtern einnimmt: Kneischter, Bürgermeister oder auch mal Clown. Dazu kommt seit 2006 die hinter den Kulissen als künstlerischer Leiter der Fasnachtsabende. Fasnachter ist der 48-jährige Marktoberdorfer freilich schon viel länger. Seit 32 Jahren ist er mit großer Leidenschaft für die närrische Zeit dabei. Richtig reingewachsen sei er, sagt der zweifache Vater und Computerfachmann, der als leitender Angestellter für ein Münchener Software-Haus arbeitet.

Jede Menge Software für den Stoff der Fasnachterträume

Jede Menge Fasnachts-Software sammeln Kögel und seine Mitstreiter auf der Bühne das ganze Jahr über. Als eingefleischtes Mitglied im Skiclub bekommt Kögel zum Beispiel jede Menge Klatsch und Tratsch mit. Er ist ein eifriger Zeitungsleser, holt so manche Information auch aus dem Internet und nicht zuletzt sorgt ein großer Freundeskreis dafür, dass dem Fasnachter nichts entgeht, was in Marktoberdorf geschieht. Manchmal erreichen ihn auch Anrufe mit dem Tipp «Das wäre doch was für die Fasnacht.» Und genau all das ist der Stoff, aus dem die Texte gestrickt sind.

Es bleibt aber eine Kunst, daraus die Pointen zu holen. «Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn im Publikum Abend für Abend rund 600 Zuschauer darüber lachen», gibt Kögel zu. Dabei mache er seinen Job auf der Bühne nicht allein aus Spaß an der Freud. Er sehe es auch als Verpflichtung an, die Oberdorfer Fasnacht am Laufen zu halten.

Jede Gruppe und jeder Solist erarbeite die Beiträge selbst. Es gebe kein gemeinsames Motto. Für die Koordination - Texte, Musik, Tanz, Maske und Bühnentechnik - treffen sich die Fasnachter mehrmals vor der Premiere. Kurz bevor der Vorhang im Modeon erstmals aufgeht, setzt die Fasnachter-Truppe bei der Gesamtprobe an zum letzten Schliff. Der Bogen der vierstündigen Revue spannt sich von krachledernen Dialektbeiträgen bis zum intellektuellen Politgespräch. So gehören die Wochen von Weihnachten bis Faschingssonntag bei Familie Kögel - auch die zwei sechs- und achtjährigen Kinder sind schon dabei - ganz der Fasnacht.

Obwohl: Das alles geht bei Hansjörg Kögel neben einem Beruf her, den er in München ausübt. Die Fahrtzeit nutzt er da schon mal, um Ideen zu sammeln oder auch Texte auswendig zu lernen. Und wenn gerade mal keine Fasnacht ist? Dann bleibt vieles andere in der Freizeit zu tun: skifahren, radeln, tennisspielen, wandern oder auch in Urlaub fahren. Dann die Kögels reisen gerne. Hauptsächlich nach Italien. «Das Flair gefällt uns.»

Die Fasnachtsabende finden vom 8. bis 13. Februar im Modeon statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Kartenvorverkauf beim Reisebüro Kirchweihtal.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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