Wellness
Richtig entspannen: So erholen sich Körper und Geist

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Der Gang in die Sauna, eine ausgiebige Massage, eine Yoga-Stunde - es gibt viele Wege, um zu entspannen. Oftmals geht damit jedoch ein Zustand der Erschöpfung einher.

Viele sehen das schon als Normalität an, frei nach dem Motto: << erschöpft, aber glücklich >>. Einer Studie des Marktforschungsinstituts rheingold in Köln zufolge geht es den Befragten bei Wellness nicht um das Nichtstun. Sie sind der Ansicht, dass das Gefühl des absoluten Glücks und der Entspannung vielmehr aktiv erarbeitet werden muss. Bei Frauen sei diese Einstellung sogar noch ausgeprägter als bei Männern: Auf der Suche nach Entspannung nehmen sie auch kleine Schmerzen in Kauf.

Bei vielen Entspannungsmethoden ist Experten zufolge eine gewisse Erschöpfung normal - vor allem, wenn sie mit körperlichen Anstrengungen verbunden sind. << Wenn Sie in die Sauna gehen, muss Ihr Körper dort Höchstleistungen vollbringen, dann sind Sie natürlich erschöpft, empfinden dies aber als entspannend >>, erklärt Schnell-Entspannungscoach Klaus Kampmann aus Ostfildern bei Stuttgart. Bei solchen körperlichen Aktivitäten werde die Entspannung erreicht, indem man zunächst bewusst anspannt und dann loslässt.

Elisabeth Westhoff vergleicht dies mit einem Urzeitmenschen: Dieser musste alle Kräfte für einen Kampf oder eine Flucht mobilisieren und regenerierte sich anschließend völlig erschöpft. Der Körper und damit das Leben befinde sich in ständigem Wechsel zwischen Anspannen und Lösen der Spannung, erläutert die Spezialistin vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Berlin.

Körperlich anstrengende Entspannungsmethoden müssen nicht immer mit einem Erschöpfungszustand einhergehen. Die Erschöpfung deutet den Forschern von rheingold zufolge eher daraufhin, dass das Entspannen nicht funktioniert hat und zum Beispiel immer noch unangenehme Gedanken durch den Kopf schwirren.

Nach einer Entspannungsübung kann Erschöpftheit aber auch bedeuten, dass der Körper noch nicht geschult genug ist im Erlernen der Entspannungsreaktion. << Beim Entspannen schaltet man ab und gerät in einen Zustand leichter Trance. Der Organismus muss aber nach dem Entspannen auch wieder bewusst auf Touren gebracht werden >>, erklärt Psychologin Westhoff. Gelingt das nicht oder noch nicht, fühle sich der Betreffende erschöpft.

Allgemein gilt: Je größer der Kontrast zu den vorherigen Aktivitäten ist, desto wahrscheinlicher wird eine ganzheitliche Erholung. << Im Stress ziehen sich die Muskeln zusammen, bestimmte Organe werden abgeschaltet >>, sagt Kampmann. In der Entspannungsphase schalte der Körper in seinen normalen Rhythmus zurück. << Innerlich haben Sie dabei ein Gefühl der Weite. >>

Welche Entspannungsmethode die richtige ist, muss jedoch jeder für sich selber herausfinden. Bereits Tätigkeiten wie Lesen oder Joggen können Elisabeth Westhoff zufolge entspannend wirken. Es gehe schließlich darum, innere Ruhe zu finden und sich von aktivierenden Gedanken und Bildern zu befreien.

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