Großübung
Rettungsdienste üben Szenario mit Amoklauf und Bombe

'Heute war es echt lustig. Wir haben uns halb totgelacht, als bei dem Täter die Pistole klemmte', schmunzelte der 14-jährige Felix Schimmer aus Buxheim. Er hob aber sofort auf den ernsten Hintergrund dieser Aussage ab: 'In der Realität würde das ganz anders ablaufen.' Felix gehörte zusammen mit seinen Freunden Celina und Philipp zu den "Notfall-Darstellern", die am Samstag an einer Großübung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der Johanniter und der Malteser teilnahmen.

Ort des Geschehens war das Kino 'Cineplex'. Den Einsatz- und Verpflegungsstützpunkt hatten die Verantwortlichen auf dem Gelände der Firma Buzil untergebracht. Schon um kurz nach acht Uhr hieß das Szenario 'Amoklauf im Kino'. Ein mit einer Pistole bewaffneter Mann hatte wild um sich geschossen und dabei zahlreiche Menschen getötet und verletzt.

Die Übung mit dem Namen 'Erstmedizinische taktische Sichtung' (EMTS) war die dritte ihrer Art im regionalen Bereich. 'Seit der Fußball-Weltmeisterschaft haben wir uns mit dieser Art von Großschadensereignissen befasst', sagte Thomas Pfaus, der für den Gesamtablauf der Übung verantwortlich zeichnete.

'Für mich ist es von großer Bedeutung, dass die etwa 60 Sanitäter gewisse Erfahrungswerte mit nach Hause nehmen', so der Leiter des BRK-Rettungsdienstes Unter-Allgäu-Memmingen.

Felix, Celina (13) und Philipp (14) spielten ihre Rolle als Verletzte recht routiniert. Alle drei sind Schulsanitäter am Marianum in Buxheim, alle drei sagten: 'Wir wollen Arzt werden.'

'Jeder soll aus dem Geschehen lernen'

Und dann folgte das zweite Szenario: zuerst eine Bombendrohung im Kino und kurz darauf eine Explosion. Viele 'Tote und Verletzte' lagen am Boden. Nun waren andere Einsatzkräfte gefragt als zuvor.

'Wir haben das so geregelt, dass alle drankommen, denn es soll ja jeder aus dem Geschehen lernen', sagte Heiko Meinel (46), der Ausbildungsverantwortliche des BRK-Kreisverbandes Oberallgäu.

Eingebunden in die Großübung war auch das Klinikum Memmingen. Aufmerksamer Beobachter vor Ort war Professor Dr. Christian Schinkel. 'Wir haben unseren Schockraum im Klinikum modernisiert und nutzen jetzt die Gelegen-heit, ihn zu testen und die Zusammenarbeit des medizinischen Personals zu trainieren', so der Leiter der Unfallchirurgie.

Die abschließende Manöverkritik fand im Kino statt. 'Wir haben bei beiden Szenarien Schwachpunkte und Fehler gefunden. Aber genau das wollten wir auch, denn nur dann können wir lernen und es in Zu-kunft besser machen', sagte Thomas Pfaus. Insgesamt sei die Übung 'absolut positiv' verlaufen. 'Wir befinden uns auf dem richtigen Weg', freute er sich.

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