Marktoberdorf
Restauriert und vor weiterem Verfall gerettet

Nach siebenmonatiger Restaurierungszeit sind die Marktoberdorfer Marktbücher ebenso wie das Zunftbuch der Maurer und Zimmerleute wieder ins Archiv der Stadt zurück gekehrt. Restauratoren der Werkstatt Obermeier in Rottenburg bemühten sich erfolgreich, den weiteren Verfall der wertvollen Archivalien aufzuhalten und sie für die Stadt zu retten. Nun konnte Archivarin Ursula Thamm die drei Bände wieder in Empfang nehmen. Im Folgenden gibt sie einen Einblick in den Inhalt und den Zustand dieser Bücher vor und nach der Restaurierung:

Die beiden Marktbücher aus der Epoche von 1613 bis 1831 enthalten, ähnlich wie die heutigen Stadtratsprotokolle, wichtige Ereignisse und Beschlüsse zur Kommunalpolitik, zu Privatverträgen und zu Gerichtsurteilen aus dem Oberdorf des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Zivilstreit bis Todesstrafe

Die hohe Gerichtsbarkeit lag zwar beim Landesherrn, dem Bischof von Augsburg, so dass Todesurteile immer durch das Pflegamt vollstreckt wurden. In den Marktbüchern aber sind die Fälle jeweils vermerkt und beschrieben, weil dem Markt das Recht zur Urteilsverkündung zustand.

Daneben geben sie vielfältige Auskunft über Zivilstreitigkeiten, abgeschlossene Kauf- und Schuldverträge, das Bau- und Abgabenwesen, die Ansiedlung von Handwerkern, den Zuzug von Bürgern, das Marktgeschehen und vieles mehr.

Der originale Pergamentumschlag dieses Marktbuches mit einem lateinischen Druck aus noch älterer Zeit wies große Fehlstellen auf, der Buchrücken fehlte ganz und war notdürftig mit Textilpflaster geklebt. Durch den ganzen Buchblock zog sich Mäusefraß und ließ viele Seiten fragmentarisch zurück. Zahlreiche Blätter waren eingerissen.

Die Restauratoren ergänzten den Pergamenteinband zu einer nun kompletten Buchdecke, faserten die Seitenfragmente mit neuem Papiermaterial zu einem vollständigen Blatt an, entsäuerten und wässerten den ganzen Band, so dass die Schriften wieder klar zum Vorschein treten und bildeten neue Seitenlagen. Dabei kann man jetzt erkennen, dass die letzten Seiten des Buches nur noch in der Hälfte vorhanden sind (jede Buchseite hat ja ein Gegenstück und bildet eine Doppelseite), am Beginn des Marktbuches also fehlende Seiten festzustellen sind.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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