Repräsentative Halle und Gewölbekeller fürs Literaturhaus

Altes Gemäuer wird aufwändig aufpoliert Von Brigitte Horn Immenstadt Fast fünf Monate wird nun schon an und in der ehemaligen gräflichen Reitschule derer zu Königsegg-Rothenfels gewerkelt, um das altehrwürdige Gemäuer in ein attraktives und funktionelles Literaturhaus zu verwandeln. Inzwischen ist das Erdgeschoss - oft in mühseliger Handarbeit - weitgehend 'entkernt' worden. Es lässt bereits erahnen, welch würdiges Domizil die Stadtbibliothek in dieser repräsentativ-weiten Halle finden wird. Gleichzeitig sind außen schon die Umrisse des künftigen 'Literaturhofs' zu erkennen, der den Blick in die schönen Gewölbekeller freigibt.

Zu den - bei solch alten Gebäuden nahezu vorprogrammierten - Überraschungen zählte die Art der 'Inneneinrichtung' der unter Denkmalschutz stehenden Reitschule, die auch schon das Theater beherbergt hatte und schließlich lange Zeit von einer Brauerei genutzt worden war. Für diese Zwecke wurde die riesige Halle in eine Art überdimensionalen Kühlschrank verwandelt: Rundum wurde eine zweite Mauer (und Decke) eingezogen und der Zwischenraum mit Schlacke verfüllt. Damit wurde im Sommer die Hitze ausgesperrt und das Bier blieb kühl.

Fast drei Monate dauerte es, bis all diese Zusatzwände mit großer Vorsicht abgebrochen waren, berichtet Hartmut Wimmer, Geschäftsführer des Ingenieur- und Architekturbürs 'Alpstein', der die Baumaßnahme betreut. Jetzt ist die eigentliche Halle freigelegt und lässt ihre eindrucksvollen Maße (14.50 Meter Breite und 22.50 Meter Länge) erkennen.

Ein Wermutstropfen: Der ursprünglich sehr schöne, historische Dachstuhl - freitragend über die gesamte Breite, wie man es sonst meist nur in Kirchen kennt - hat unter der Schlacke-Schicht sehr gelitten und ist stärker beschädigt als erwartet. Dennoch kann er restauriert werden, sind die Denkmalschützer sicher. Der Dachstuhl wird im ebenfalls zu Bibliothekszwecken genutzten Obergeschoss völlig offen und damit sichtbar bleiben.

Auch im Untergeschoß sind die Abbruch- und Aufräumungsarbeiten recht weit gediehen. So kommen die Räume - einer mit Kreuz- und zwei mit Tonnengewölbe - bereits gut zur Geltung. Sie sollen für kleinere Veranstaltungen, Ausstellungen und Lesungen genutzt werden.

Außerordentlich zeit- und kostenaufwändig gestalteten sich auch die Arbeiten draußen, weil sie sich ja auf engstem Raum abspielen mussten, berichtet Wimmer. Denn um den Kelleranbau an der Ostseite (für Stuhllager, Technik und Treppenhaus) und den 'Literaturhof' im Norden realisieren zu können, war eine komplizierte Sicherung der fünf Meter tiefen Baugrube mit bis zu zehn Meter in den Boden reichenden Ankern notwendig.

Und weil die Stadtmauer an der Westseite des 'Literaturhofs' nur 80 Zentimeter tief gegründet ist, während das Kellergewölbe fünf Meter Höhe misst, war eine Verbauung aus Bohrpfählen samt Rückverankerung notwendig, um das Nachbarhaus zu sichern. Außerdem musste das Mauerwerk des Gewölbekellers mühselig unterfangen werden.

Doch das alles ist inzwischen bewältigt, und die Fundamente für den unterirdischen Kelleranbau sind ebenso betoniert wie für den Lichthof.

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