Kaufbeuren
Renten aus Sowjetzeiten sollen abgeschöpft werden

Wer als Russlanddeutscher jahrzehntelang in der ehemaligen Sowjetunion gearbeitet hat, verfügt über Rentenansprüche an den jeweiligen Folgestaat wie Russland oder Kasachstan. Das ist vielen Menschen, die aus dem Osten stammen und hier wohnen, aber gar nicht so recht bewusst.

Auf Initiative von Wladimir Walter aus Neugablonz, dem Vorsitzenden des Vereins der Russlanddeutschen in Kaufbeuren und Umgebung, bietet die Deutsche Rentenversicherung (DRV) nun komplett russischsprachige Beratungsstunden in Kaufbeuren an - erstmals in Deutschland in dieser Form, wie Heribert Förster, Leiter der Auskunfts- und Beratungsstellen Augsburg und Kempten, bei einem Pressetermin im Kaufbeurer Rathaus betonte. Für Peter Kloos, Leiter der Abteilung Arbeit und Soziales, ein wichtiges Angebot: «Die Rentenansprüche zum Beispiel an russische Rentenkassen entlasten finanziell unsere Rentenversicherer und auch die Sozialämter.» Laut Max Krämer, der die Beratungsstunden abhalten wird und sowohl Deutsch wie Russisch beherrscht, waren die Ansprüche an die russischen Rentenkassen in den 1990er Jahren noch sehr niedrig, «20, 30 oder 40 Euro pro Monat».

Mittlerweile seien die Beträge, die so manchem Russlanddeutschen zustehen, aber gestiegen, auf 200 bis 300 Euro, die der Betreffende zusätzlich erhalten könne, ohne dass das deutsche Sozialversicherungssystem belastet werde.

Krämer (40) stammt aus St. Petersburg und hat dort studiert, lebt seit 1995 in Deutschland und arbeitet nun im gehobenen Dienst bei der DRV.

Die Zielgruppe bestehe - zwangsläufig - aus Senioren, die der deutschen Sprache nicht unbedingt mächtig sind und dies aufgrund ihres Alters auch wohl meistenteils nicht mehr werden. Darum sei die russischsprachige Rentenberatung wichtig, so Kloos. Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) erwägt nun, die entsprechenden Broschüren per Postwurf verteilen zu lassen. (mab)

Max Krämer kommt am jedem zweiten Donnerstag eines Monats zur Beratung ins Kaufbeurer Rathaus. Erster Termin ist der 9. September. Terminvereinbarungen unter (0821) 500-1700.

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