Buchenberg
Reminiszenz an Kemptener Komponisten

Das Jahreskonzert des Kammermusikkreises Buchenberg hatte wie gewohnt zwei Teile, einen klassischen und nach der Pause einen unterhaltsamen Teil. Bei der Auswahl der klassischen Stücke orientierte sich die musikalische Leiterin, Silvia Winterhalder, an den diesjährigen runden Geburtstagen und Gedenken: Sie wählte Werke von Händel und Haydn. Es gab aber erfreulicherweise auch Stücke des Kemptener Komponisten Franz Xaver Richter zu hören.

Für Kammerorchester hat Händel mit seinen Concerti grossi eingängige Musik geschrieben, die auch von Laienorchestern zu bewältigen ist. Das Konzert begann mit einem Concerto grosso aus der Londoner Zeit, das hübsch musiziert wurde, wenn es auch etwas zu zaghaft oder, wie etwa im Schlusssatz, zu langsam angegangen wurde. Gelungen war die Reminiszenz an F. X. Richter, dessen Streicher-Sinfonie aus der Kemptener Zeit Laune machte. Das reizvolle Thema im Kopfsatz wurde gut herausgearbeitet.

Das zentrale Stück des ersten Teiles war jedoch die selten zu hörende Cassation D-Dur für Flöte, Violine und Orchester von Joseph Haydn. Der eindrucksvolle Erfindergeist Haydns kommt in den fünf Sätzen dieser unterhaltsamen Musik voll zum Tragen. Der Kammermusikkreis hatte dazu die Flötistin Franziska Hagg als Gastsolistin eingeladen.

Das schöne Zusammenspiel der beiden Solistinnen (Silvia Winterhalder, Violine) ergänzt durch das dezent spielende Orchester, brachte den Charakter des Werks gut zur Geltung.

Kein so glückliches Händchen

Der zweite Teil des Konzerts gehörte der gepflegten Unterhaltung, angesiedelt zwischen Kurkonzert und Kaffeehausmusik. Hier hätte man sich jedoch ein etwas glücklicheres Händchen in der Auswahl der Stücke gewünscht. Die Walzerseligkeit von Johann Strauß lässt sich mit einem kleinen Kammerorchester nur begrenzt wiedergeben und die Ohrwürmer «Mein kleiner grüner Kaktus» und «O sole mio» sind ohne Sänger doch eher musikalische Torsi.

Insgesamt aber hat der Kammermusikkreis Buchenberg wieder ein beachtenswertes Konzert gegeben, das von den rund 130 Besuchern im voll besetzten Saal der «Sommerau» mit langem Applaus bedacht wurde. Die Musiker bedankten sich mit einer amüsanten Pizzicato-Zugabe.

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