Sekten
Religionspädagoge aus Kempten referiert über Sekten

Offenbar gibt es kaum eine Sekte, die im Allgäu nicht auch ihre Anhänger hat. Der Religionspädagoge und Vorsitzende der Elterninitiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus, Willi Röder aus Kempten, jedenfalls hat Einflüsse zahlreicher religiöser Bewegungen aufgespürt.

Bei einer Veranstaltung der Hanns-Seidel-Stiftung im Haus International unter dem Titel 'Neue Heilswege und Versprechungen: Sekten und esoterische Bewegungen im Allgäu' räumte der evangelische Theologe ein, dass Sekten und Kirchen manches Merkmal miteinander teilten.

Entscheidend sei allerdings, dass sich der Papst zum Beispiel als Diener seiner Kirche verstehe, der Führer der Mun-Sekte aber halte sich selbst für Gott auf Erden. Menschliche Verfehlungen des Personals der großen Kirchen dürften nicht der Glaubenslehre zugeordnet werden.

'Hoffnungslos in die Mun-Bewegung verstrickt' wurde nach Röders Kenntnis ein 22-jähriges Allgäuer Aupair-Mädchen in den USA, das nun auch akzeptiere, wenn Mun auswähle, wer wen heiratet.

Den Sekten gemein sei ein Guru an der Spitze, der sich als gottgleich gebe, absolute Autorität habe und sich als 'letztgültiges Maß aller Dinge über allen Gesetzen und Moralvorstellungen' setze. Ein Allgäuer Beispiel dafür sei 'Fiat Lux' mit Uriella, die sich als Sprachrohr Jesu sehe.

Bei 'Scientology' mit einem Zentrum in Ulm werde mit der Beitrittserklärung unterschrieben, dass man nie Kritik an der Bewegung üben werde, warnte Röder vor mit Einstein werbenden Wurfsendungen in den Briefkästen: 'Anstatt bei Scientology das Heil zu finden, verlieren viele nur ihr Geld für Kurse und Bücher und werden zu funktionierenden Maschinen.'

Von sexuellem Missbrauch sprach Röder im Zusammenhang mit der Wankmiller-Bewegung in Füssen, wo Kinder Gruppensex der Erwachsenen miterleben würden. In Kempten vertreten sei das 'Universelle Leben', deren Reinkarnationsdogma Menschen mit schlechtem Karma durch Verbrechen in früheren Leben einen furchtbaren Tod vorhersage. Konsequent weitergedacht, so Röder, würde das bedeuten, dass die im Dritten Reich vergasten Juden an ihrem grausamen Ende gar selbst schuld gewesen seien.

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