Rekordbauwerk überspannt die Rottach

Von Jochen Sentner | Kempten Dienstag war ein Tag, wie ihn Reimund Schwarz schätzt: An der Rottach gelang innerhalb weniger Stunden ein Brückenschlag, für den der stellvertretende Tiefbauamtsleiter die Projektleitung übernommen hatte. Und bei der Vorstellung des innovativen Bauwerks sparten die Beteiligten nicht mit Lob für den Einsatz des Experten (siehe Allgäu Rundschau).

Schwarz war es nämlich, der auf der Landesgartenschau in Sachsen auf einen Brücken-Prototyp gestoßen war, der ihn faszinierte. Leichtbauweise, moderne Materialien, elegante, organische Ausformungen - seine Neugier war geweckt.

Tatsächlich stellte sich heraus, dass die neue Technik sogar Kostenvorteile mit sich bringt. Jedenfalls gewann die Anbieterfirma die Ausschreibung in Kempten für den Rottachsteg beim Keglerheim zwischen Mariaberger Straße und Hinterer Rottach. Und so gibt es nun ein weiteres Rekordbauwerk in der Stadt: Die weltweit weitest gespannte Brücke in der neuen Bauweise aus Glasnetz-verstärktem Beton. 'Textilbewehrt' nennen die Fachleute dieses Material.

Ressourcen geschont

Professor Manfred Curbach, der seit zehn Jahren in Dresden an dem Werkstoff tüftelt, lobte die Verantwortlichen der Stadt für ihren 'Mut, neues auszuprobieren'. Versuchskaninchen seien die Bürger freilich nicht: Er versicherte, dass die Konstruktion mindestens die Lebensdauer anderer Brücken mitbringe - 'und man muss nicht imprägnieren wie beim Holz, oder streichen wie beim Stahl.' Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer wiederum freute sich, dass die Tradition besonderer Brückenbauwerke in der Stadt fortgesetzt werde. Ein Zeichen setze man auch in puncto Nachhaltigkeit - für die Brücke wurde weit weniger Material verbraucht und damit Energie eingesetzt als bei herkömmlichen Bauwerken. Dies machte auch Ingenieur Schwarz deutlich: 'Die alte Stahlbrücke - total vom Rost zerfressen - war immer noch eine Tonne schwerer als die neue Brücke.'

Auf dem aktuellen Bauwerk werden Fußgänger und Radfahrer etwa in vier Wochen die ersten Rottach-Überquerungen machen können. Bis dahin wird noch eine Schicht auf den Betonboden der Trogbrücke aufgetragen, auf der Schuhe besser Halt finden. Und an beiden Ufern werden natürlich Geländer angebracht.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019