Special Winter SPECIAL

Klirrende Kälte
Rekord in diesem Winter: 29,4 Grad Celsius unter Null

Väterchen Frost hat die Region fest im Griff und lässt die Oberallgäuer weiter bibbern. Den Minusrekord dieses Winters vermeldete gestern die Oberstdorfer Wetterwarte: 'Wir hatten in der Früh minus 29,4 Grad Celsius Lufttemperatur in zwei Metern Höhe gemessen', berichtet Wetterbeobachter Wolfgang Ferstl.

Absoluter Minusrekord an der Wetterstation war übrigens der 10. Februar 1956: Damals rutschte das Quecksilber auf minus 32 Grad Celsius ab. Fünf Zentimeter über dem Schnee zeigte das Messgerät gestern sogar minus 34,9 Grad an. Auf was muss man aber bei der klirrenden Kälte besonders achten? Das Allgäuer Anzeigeblatt hat sich umgehört.

Kinder: Kleinkinder leiden unter den Minusgraden, wenn man sie nicht warm einpackt. Hier appelliert der Immenstädter Kinderarzt Dr. Wolfgang Steck 'an den gesunden Menschenverstand': Freilich seien Kinderwagen und ihre Abdeckungen gut isoliert.

Allerdings seien offene Stellen – vor allem das Gesicht der Kinder – empfindlich gegen die kühle Luft. 'Darum immer wieder prüfen, ob die Haut des Kindes nicht zu kalt ist, sonst den Aufenthalt im Freien abbrechen', rät Steck. Zusätzlich geschützt werden könne die Haut etwa mit Wind- und Wetter-Creme oder Masken. Größere Kinder können schnell kalte Füße bekommen – 'sie melden sich nicht immer'.

Darum die Schützlinge bei der Kälte nicht zu lange im Freien lassen. Und Vorsicht: Es bringe nichts, wenn dem Kind drei Paar Socken angezogen werden und ihm dadurch die Durchblutung des Fußes abgeschnürt wird.

Auto: Am besten steht der Wagen bei den frostigen Temperaturen in einer Garage, rät Kfz-Meister Andreas Verfürth. Keinesfalls sollte aber das Fahrzeug mit einer Heizquelle aufgewärmt werden. Unbedingt darauf achten sollten Autofahrer, dass genügend Kühlwasser und Frostschutzflüssigkeit vorhanden seien und die Batterie aufgeladen sei.

'Überdurchschnittlich viele' Autos stehen in Verfürths Fachbetrieb in Sonthofen, weil deren Batterien leer oder Zündkerzen kaputtgegangen sind. Um die Scheiben vor einer Eisschicht zu schützen, könne man sie mit Alufolie bedecken.

Pannen: Die Pannenhelfer des ADAC sind laut Pressesprecher Axel Arnold im Dauereinsatz. Derzeit gebe es doppelt so viele Einsätze wie sonst üblich. 'Wir können sie nur abarbeiten', bittet Arnold um Verständnis, wenn es länger dauert, bis ein Helfer vor Ort ist. 'Gerade am Morgen geht zeitweise gar nichts mehr.' Arnold rät Autofahrern, vorsorglich ein Batterie-Überbrückungskabel zu kaufen. Wenn sich ein Fahrzeug nicht mehr starten lässt, empfiehlt er, einen Nachbarn um Starthilfe zu bitten – oder zu diesem Zweck ein Taxi zu rufen.

Sport im Freien: Wer empfindlich an den Bronchien ist, sollte draußen derzeit auf Sport verzichten: 'Die kalte und trockene Luft kann bei Asthmatikern einen Anfall auslösen', weiß Boris Ott, Vorsitzender des Hausarztvereins Oberallgäu. Grundsätzlich solle man bis zu einer Temperatur von minus zehn Grad Celsius nur langsam joggen oder langlaufen.

Und falls es noch kälter ist, stattdessen lieber einen kleinen Spaziergang machen. 'Momentan bewegt man sich steifer, weil die Muskulatur nicht so warm ist', so Ott. Darum sollte man lieber Dinge tun, die kontrollierbarer und keinesfalls zu schnell sind.

Der Oberstdorfer Christoph Bussmann hat viel Erfahrung damit. Er ist Zusteller unserer Zeitung und mit seiner Frau jeden Morgen ab 3.30 Uhr auf den Beinen – am Montagmorgen bei 27,5 Grad Minus. Mit Bergschuhen, dicken handgestrickten Socken, Handschuhe, Kopfbedeckung und Schal hält er sich warm. 'Solange man sich bewegt, ist das nicht schlimm', meint er.

Prognose: Und wie sieht es die nächsten Tage aus? 'Es wird langsam wieder wärmer, bleibt aber weiterhin frostig', sagt Wetterbeobachter Ferstl voraus. Tagsüber werde es zwischen minus acht und minus fünf Grad Celsius kalt, nachts rutsche das Thermometer in den zweistelligen Minusbereich.

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