Allgäu
Regent ohne «Minister»

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: Weil er nicht mit der sofortigen Absetzung des Stadtrates gerechnet hatte, wollte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) nächste Woche in zwei Mammut-Sitzungen des Füssener Stadtrates noch «entscheidende Weichenstellungen» treffen. Doch die gestern zurückgezogene Berufung von Günther Knauss (Bürgerblock) und die daraus resultierende Auflösung des Stadtrates warf diesen Zeitplan über den Haufen: Iacob ist ab sofort «Alleinherrscher» in Füssen.

«Ich bin erleichtert, dass die Sache jetzt geklärt ist», kommentierte Iacob gestern auf Nachfrage unserer Zeitung die Entscheidung. Die neue Situation empfindet das Stadtoberhaupt «mehr als Herausforderung denn als negative Belastung.» Mit dem «erheblichen Maß an Mehrverantwortung» werde er sorgsam umgehen, versprach Iacob und kündigte an, sich sicherheitshalber beim Landratsamt seiner Kompetenzen in einer solchen bayernweiten Ausnahmesituation zu versichern.

Iacob machte gestern keinen Hehl daraus, dass er die geplanten Stadtrats-Sitzungen der nächsten Woche unbedingt nutzen wollte, um «gemeinsam über Dinge zu entscheiden, die wir in den letzten eineinhalb Jahren angeschoben haben» - darunter auch Grundstücksgeschäfte mit «Schlüsselcharakter für die Stadt». Die sofortige Absetzung des Stadtrates erfordere notgedrungen ein Umdenken.

Wobei Iacob Wert darauf legt, im Alleingang nur Entscheidungen zu treffen, die auch mit dem aktuellen Haushalt im Einklang stünden - dazu zählt er auch Auftragsvergaben, etwa im Bereich Straßenbau oder Landesausstellung.

«Diese Zeit wird die Stadt nicht lähmen», ist der Bürgermeister überzeugt. Nun sei die Verwaltung intensiver gefordert, müsse sie doch im Vorfeld mehr Abwägungsarbeit als bisher übernehmen. Zufrieden mit dem Ausgang des Rechtsstreits äußerte sich gestern Landrat Johann Fleschhut: Die Haltung der Richter in zweiter Instanz zeige, dass das Landratsamt «sorgfältig und richtig entschieden hat», so Fleschhut.

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