Buchloe
Realschule bekommt eine Passivhaushülle

Optimale Lernbedingungen schaffen und gleichzeitig Energie sparen - das ist das Ziel der Generalsanierung der Staatlichen Realschule Buchloe. Der rund 30 Jahre alte Haupttrakt bekommt derzeit eine Passivhaushülle. Das ist in dieser Art bisher einmalig im Ostallgäu. «Es ist das größte Projekt dieser Art im süddeutschen Raum und hat absoluten Vorzeigecharakter», erklärt Stephanie Sattler gegenüber der BZ. Die Architektin leitet im Auftrag des Landratsamtes Ostallgäu die insgesamt knapp fünf Millionen Euro teure Generalsanierung, die in zwei Bauabschnitte unterteilt ist (siehe Info-Kasten).

Zweieinhalb Tonnen schwer

Seit Wochen werden riesige Elemente mit schweren Sattelschleppern angeliefert und an der Fassade befestigt. Die etwa 850 Realschüler in der Gennachstadt werden ihre Schule nach den Sommerferien nicht wiedererkennen. Kaum waren sie am 31. Juli aus dem Schulhaus in die Sommerferien gestürmt, rückten schon die ersten Lastwagen an, die die zum Teil bis zu zehn Meter langen, 3,50 Meter hohen, rund 33 Zentimer tiefen und etwa zweieinhalb Tonnen schweren Fassadenelemente transportieren.

Im Falle der Buchloer Realschule wird ein neuartiges Verfahren, das von der Fachschaft für Holzbau an der Technischen Universität (TU) München begleitet wird, angewendet. «Die TU war auch bereits in die Planungen mit einbezogen», erklärt Planer Alexander Müller vom Architekturbüro e3 aus Marktoberdorf.

Durch den Einsatz der maßgefertigten Fichtenholzelemente, die im Werk der Firma Ambros in Hopferau vorgefertigt wurden und jetzt von den Fachleuten montiert werden, lässt sich der Umbau in Rekordzeit bewerkstelligen. Sogar die Fenster sind in den Elementen bereits integriert. Es fehlen nur noch die Lärchenholzverkleidung und die Fensterbleche.

Nur sechs Wochen Zeit haben die Spezialisten für die Rundumerneuerung des Gebäudes. Momentan sieht es an der Kerschensteiner Straße noch sehr nach Großbaustelle aus. Lastwagen, Kräne, Firmenfahrzeuge, Maschinen, Bauzäune, Container und die unterschiedlichsten Materialien bestimmen das Gelände. «Täglich sind derzeit 20 bis 25 Arbeiter von Firmen, die zum Großteil aus der Region stammen, an allen Ecken beschäftigt», berichtet Stephanie Sattler.

«Viele Ostallgäuer Unternehmen haben sich bei den Ausschreibungen gegen die Konkurrenz durchgesetzt», freut sich die Architektin.

In knapp 14 Tagen gehen die Ferien zu Ende. «Wir sind zuversichtlich, dass wir pünktlich zum Schulbeginn am 15. September mit den groben Arbeiten fertig werden», betont die Projektleiterin. Die Lärchenholzverkleidung wird zum Großteil erst nach den Ferien angebracht. «Die Nacharbeiten werden in Abstimmung mit der Schule erledigt, damit der Unterricht nicht gestört wird», sagt Sattler. «Es ist beeindruckend, wenn man sieht, was in den vergangenen vier Wochen hier passiert ist.» Jede Woche ist die Architektin mit Müller vor Ort, um mit den beteiligten Firmen den Baufortschritt und die Arbeiten zu besprechen.

Heimisches Lärchenholz

Für die Fassadengestaltung mit heimischem Lärchenholz hatte sich der Kreistag nach langen Diskussionen entschieden. Müller hatte dem Gremium mehrere Sanierungsmöglichkeiten vorgestellt, von der «kostengünstigen Low-Cost-Variante bis hin zur Königsdisziplin, dem Passivhausstandard». Die Vorteile der Holzart haben die meisten Kreistagsmitglieder überzeugt. «Entgegen kam uns die Klimaschutzresolution, die der Kreistag im Januar 2008 verabschiedet hat», erzählt Müller.

Darin ist unter anderem festgelegt, dass bei der Sanierung der landkreiseigenen Liegenschaften die Annäherung an den Passivhausstandard angestrebt wird. Außerdem sollen die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die regionale Wirtschaftskraft sowie die Lebensqualität auf Dauer gesichert werden.

Der Landkreis strebt laut Konzept eine 100-prozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien an.

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