Kempten
Rathausplatz: Flickwerk oder Verbesserung?

Für die einen ist es immer noch ein Flickwerk, andere sehen darin eine bedeutende Erleichterung. Die Rede ist von dem Rollweg auf dem Rathausplatz (wir berichteten mehrfach, mit dem sich nun wieder der Behindertenbeirat befasste. Für die Vertreter der Behinderten steht fest: Sie wollen, dass Verbindungen zwischen den Wegstücken geschaffen werden. Damit soll ein durchgehendes Band für Rollstuhlfahrer und Rollator-Schieber entstehen. Bürgermeister Josef Mayr und Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann plädierten dafür, zuerst Erfahrungen mit dem Rollweg zu machen. Das sah auch Behindertenbeauftagter Lothar Köster (SPD) so, obwohl er von einer «nicht gelungenen Lösung» sprach.

«Damit brauchen wir keine Erfahrungen zu machen, denn die Straße endet im Acker und geht dann mittendrin weiter», entgegnete Beiratsvorsitzender Albrecht Hung. Weiter betonte er, dass der Behindertenbeirat mit dieser Lösung nie glücklich gewesen sei. Zudem hätten die Lücken auf den Entwürfen kleiner ausgesehen. Als «nicht besonders qualifiziert» bezeichnete er eine Äußerung von CSU-Stadtrat Erwin Hagenmaier, dass die Stadt sich zugunsten der Behinderten bemüht habe und diese sich jetzt auch noch beschwerten. Hagenmaier hatte das wie berichtet im Bauausschusses gesagt.

Mayr nahm Hagenmaier in Schutz. Schließlich sei der Großteil des Wegs ja nun für jeden gut passierbar. Zudem habe die Stadt in dieser Sache zügig gehandelt. Und das in einer Zeit, in der andere Baumaßnahmen immer wieder zurückgestellt würden.

Hung und Mayr schlugen jedoch auch versöhnliche Töne an: «Wir sind froh, dass es diesen Weg überhaupt gibt», sagte Hung. Mayr war es wichtig, dass ein Streitpunkt nicht die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Behindertenbeirat in ein schlechtes Licht rückt. Er betonte: «Bei der Einbeziehung behinderter Menschen sind wir dort, wo andere Städte noch hinwollen.»

In den Augen von Grünen-Stadtrat Eduard Bühler würde die Stadt zum Gespött anderer werden, sollte sie den Platz so belassen. Besonders sauer stieß ihm das Argument auf, dass der Rollweg wegen der Außenbewirtschaftung auf dem Platz nicht durchgehend gebaut werden könne. Denn wie der Platz im Sommer bewirtschaftet wird, sei immer noch Sache der Stadt.

Laut Wiedemann müssten zahlreiche Querverbindungen über den Platz gebaut werden, um eine komplette Barrierefreiheit zu gewährleisten. «Das wollen wir gar nicht, sondern nur die eine durchgehende Trasse», machte Hung klar. Auch der Vertreter der Freien Wähler, Adolf Fröhlich, sah das so: «Ich bin für eine Verbindung. Weitere Wege brauchen wir nicht.»

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