Rathaus antwortet auf Kritik am Stromgewinnungs-Projekt

Kraftwerk Einödsbach: Ratsbegehren als Antwort Oberstdorf (pts). Falls ein Bürgerbegehren gegen das beabsichtigte große 'Wasserkraftwerk Einödsbach eingeleitet wird, will die Marktgemeinde Oberstdorf und mit ihr die kommunale Tochtergesellschaft EVO mit einem eigenen 'Ratsbegehren' dagegenhalten. Dies kündigen Bürgermeister Thomas Müller und der Geschäftsführer der 'Energieversorgung Oberstdorf GmbH', Peter Müller, in einer Presse-Erklärung an.

Wie berichtet, hat der Gemeinderat mit 17:8 Stimmen die Weichen dafür gestellt, dass von privater Seite eine Stromgewinnungs-Anlage in der so genannten 'Stillachklamm' erbaut werden kann. Zwar muss nun erst einmal ein wasserrechtliches Gutachten erstellt und dabei auch die Umweltverträglichkeit des Projekts überprüft werden. Doch erhebt sich Protest gegen das Vorhaben, weil dadurch angeblich Fauna und Flora in einem touristisch wertvollen Erholungsgebiet zerstört wird.

Der Oberstdorfer Ingenieur für technische Gebäude-Ausrüstung, Siegfried Waldvogel - zugleich stellvertretender Vorsitzender des örtlichen Fischerei-Vereins - drohte in einem Schreiben ans Rathaus damit, ein Bürgerbegehren gegen das Kraftwerk Einödsbach einzuleiten. Bei einem ähnlichen Projekt im so genannten Faltenbachtobel ist dies durch eine Unterschriftenaktion bereits angebahnt.

In beiden Fällen will die Kommune nun dagegenhalten. Dann soll, so der Rathaus-Chef und sein führender Mitarbeiter, der mündige Bürger objektiv entscheiden. 'Dann werden wir sehen, ob der vernünftige Bürger sich auch Gedanken darüber macht, ob er sein Öl aus dem Iran, sein Gas aus Russland und seinen Strom aus Atomkraftwerken in Bulgarien beziehen möchte oder ob nicht die Nutzung der heimischen Energiequellen das Zeichen der Zeit ist.' Dem Kritiker Waldvogel wird vorgehalten, 'mit Polemik und Propaganda' den mündigen Bürger 'für dumm verkaufen' zu wollen.

So wehren sich die Namensvettern Müller beispielsweise gegen die Behauptung des Angler-Vizes, in der Klamm sei im Zusammenhang mit dem Kraftwerks-Bau eine 50 Meter hohe Staumauer geplant. Die Staumauer entspringe vielmehr Überlegungen des Wasserwirtschaftsamts, im oberen Stillachtal eine Rückhaltung von Hochwasser vorzunehmen, um Oberstdorf vor Überschwemmungen zu schützen.

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