Haushalt
Rat des Landratsamtes an die Stadt Lindenberg

Das Landratsamt hebt mahnend den Zeigefinger: Erst Schulden abbauen, dann investieren, rät die Aufsichtsbehörde der Stadt Lindenberg in ihrer Stellungnahme zum Haushalt 2011. Den hat sie im übrigen genehmigt.

Das Landratsamt hat die städtischen Haushalte der vergangenen zehn Jahren unter die Lupe genommen. Knapp 33 Millionen Euro hat Lindenberg in der Zeit investiert. Problem aus Sicht des Landratsamtes: Nur 13 Prozent davon hat die Stadt selber über die sogenannte << freie Zuführung >> erwirtschaftet. Sie ist ein Maß für die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Gemeinde.

Dahinter verbirgt sich das, was eine Gemeinde nach Abzug der laufenden Kosten und der Tilgungen zur Verfügung hat. Je mehr das ist, desto eher ist sie in der Lage Eigenkapital zu bilden. Daran kranken die städtischen Finanzen. << Die geringe Kapitalbildung lähmt die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt erheblich >>, so das Landratsamt.

Die Behörde, zuständig für die Aufsicht aller Kommunen im Landkreis, rät der Stadt Investitionen nur insoweit zu planen, als << sie mit dem Schuldenabbau vereinbar sind >>. Die Stadt sollte nach Ansicht des Landratsamtes erst Schulden abbauen, um dann später angesichts gesparter Zinsen leichter investieren zu können. Welche Bedeutung das für die Stadt hat, zeigt das Landratsamt mit Zahlen. In den vergangenen zehn Jahren hat Lindenberg über 3,5 Millionen Euro an Zinsen für Kredite bezahlt, 42 Prozent der Zuführung, also des Geldes, das die Stadt mit dem laufenden Betrieb, erwirtschaftet.

Das Landratsamt empfiehlt unter anderem, den Erlös von Grundstücksverkäufen zum Schuldenabbau zu nutzen. Besonders angesprochen wird in dem Zusammenhang das Baugebiet Am Schachen an der Goßholzer Straße. Noch vor der Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters Johann Zeh geplant und gekauft, belastet es das städtische Säckel nach wie vor. Über 1,4 Millionen Euro Kredit stehen zu Buche. Sie sollten über den Verkauf der Grundstücke getilgt werden, rät das Landratsamt. Entsprechende Sondertilgungsmöglichkeiten hat die Stadt auch vereinbart.

Verwaltung und Stadtrat nahmen die Stellungnahme zur Kenntnis. Bürgermeister Johann Zeh bewertet die Lage freilich etwas anders. Er verwies auf << Werte, die in den vergangenen zehn Jahren geschaffen wurden >>.

Unter anderem hat die Stadt Grundstücke erworben, die als Rücklagen gesehen werden könnten.

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