Sachbeschädigung
Randale im Lagerleben-Rausch

«Sie waren doch auf einem guten Weg und jetzt fangen Sie wieder mit so einem Schmarrn an.» Mit deutlichem Unverständnis reagierte die Jugendrichterin auf die erneute Straffälligkeit eines 18-Jährigen aus einer Kaufbeurer Umlandgemeinde. Der junge Mann hatte sich nach früheren Straftaten unter Alkoholeinfluss in den vergangenen eineinhalb Jahren positiv entwickelt und beruflich Fuß gefasst.

Dass er dann beim diesjährigen Tänzelfest-Lagerleben erneut mit dem Gesetz in Konflikt kam, lag offenbar wieder am Alkohol: Der angetrunkene junge Mann warf ein mit Blumen bepflanztes Holzfass um, das dann auf ein Auto rollte. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 1200 Euro. Vor Gericht war der Angeklagte geständig und erklärte, das Ganze sei «aus Blödsinn» passiert. Er war damals mit seiner Freundin auf dem Weg vom Blasiusberg in die Innenstadt, als er in der Nähe des Obstmarkts unvermittelt ein Holzfass umwarf, das an einer Schräge stand. Dass das Fass anschließend auf ein geparktes Auto rollte, habe er nicht gewollt, beteuerte der 18-Jährige.

«Eine leichtsinnige Aktion»

Die Richterin machte ihm deutlich, dass es sich gleichwohl um eine Sachbeschädigung handelt: «Wer an einer Schräge ein Fass umschmeißt, nimmt einen Schaden billigend in Kauf.» Aus der Aussage einer 19-jährigen Zeugin ging hervor, dass der junge Mann seinerzeit auch noch einen Blumenkasten umgeworfen hatte. Dabei war kein Sachschaden entstanden. Für die Staatsanwältin war der Vorfall «eine ziemlich leichtsinnige Aktion, bei der auch mehr hätte passieren können». Dann nämlich, wenn statt des Autos ein Mensch getroffen worden wäre. Der Angeklagte war einsichtig und gab schließlich auch noch zu, dass ihn sein Trinkverhalten vor drei Wochen erneut in Schwierigkeiten gebracht hat: Er sei bei einer Party von einem anderen jungen Mann angegangen worden und habe sich mit diesem geprügelt. Seit diesem Vorfall trinke er überhaupt keinen Alkohol mehr. Denn: «Immer wenn ich betrunken bin, fange ich zu spinnen an.»

Die Auseinandersetzung mit seinem Verhältnis zum Alkohol wird künftig ein wichtiger Teil der Gespräche sein, die der Angeklagte im Rahmen einer verhängten Betreuungsweisung mit einer Sozialpädagogin führen wird. Die Maßnahme dauert ein halbes Jahr und soll dem 18-Jährigen die Unterstützung geben, die er bei seinen Eltern nach Einschätzung der Jugendgerichtshilfe nicht in ausreichendem Maße findet. Daneben wurde im Urteil auch eine Arbeitsauflage von 40 Stunden verhängt. Nachdem auch die Staatsanwältin auf Rechtsmittel verzichtete, ist die Entscheidung rechtskräftig.

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