Bolsterlang / Fischen
Rätselraten über Steinkoloss aus der Bolgenach

Eine außergewöhnliche Entdeckung machte Otto Diringer aus Sonderdorf bei einem Spaziergang an der Bolgenach. Dort lag ein riesiger kreisrunder Stein im Bachbett, nur vom flachen Wasser überspült. Der Wanderer versuchte zwar, den Koloss freizulegen, doch stellte sich dies als hoffnungsloses Unterfangen heraus. Der zurate gezogene Hobby-Heimatforscher Theo Pinn überlegte noch, ob es sich bei dem Fund um einen alten Mühlstein oder einen heidnischen Opferstein handeln könnte - letztlich brachten Baggerarbeiten im Gebirgsbach Licht in die geheimnisvolle Sache.

Denn als der Baggerführer mit Erlaubnis der Gemeinde Bolsterlang den Stein hob, staunten die Entdecker nicht schlecht: Das Prachtexemplar zeigte eine beachtliche, kugelrunde Unterseite. Wie ein halbes Dinosaurier-Ei mit einem Durchmesser von 1,60 Metern habe das zwei Tonnen schwere Monstrum ausgesehen oder wie ein Hinkelstein von Obelix, beschreibt Theo Pinn schmunzelnd seinen ersten Eindruck nach der Bergung.

Doch er wollte genauer nachforschen, was es mit dem Fund auf sich hatte, ließ den Stein bis vor sein Haus in Fischen-Weiler transportieren und zog Experten ins Vertrauen. Danach sei zu vermuten, dass die Halbkugel - einst noch komplett - Bestandteil einer Gletschermühle war, die sich im Laufe der Jahrtausende durch das Wasser rund geschliffen hat. Vom Gestein her könnte der tonnenschwere Koloss aus der Gegend von Splügen in der Schweiz stammen.

Um ganz sicher zu gehen, hat Pinn inzwischen Kontakt mit dem Münchener Universitätsprofessor Herbert Scholz aufgenommen. Der Geologe versprach, den Stein zu untersuchen und sein wissenschaftliches Urteil abzugeben, sobald er wieder in Deutschland weilt.

Fundstück tritt Reise zurück nach Bolsterlang an

Doch egal, ob der Fund letztendlich wissenschaftlich wertvoll ist: Faszinierend ist das von der Natur geformte Unikat allemal. Darum soll der Stein nun auch die Reise zurück nach Bolsterlang antreten. Ein würdiger Standort beim «Kitzebichl» ist seit der jüngsten Gemeinderatssitzung bereits beschlossene Sache. Theo Pinn gibt die Verantwortung für sein Findelkind bereitwillig der zuständigen Gemeinde zurück.

Seiner Fantasie lässt er trotzdem freien Lauf und überlegt jetzt, wie man den Fels mit künst- lerischer Raffinesse vielleicht zu einem echten Schmuckstein machen könnte.

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