Ruderatshofen
Räte pochen auf Umgehung

Einstimmig hat sich der Gemeinderat Ruderatshofen erneut für eine Ortsumfahrung ausgesprochen. Das Gremium appelliert an die betroffenen Grundbesitzer, die zum Bau der Umgehung nötigen Flächen zur Verfügung zu stellen. Zugleich erklärten die Räte am Dienstag, entsprechende Abtretungsgespräche weiterzuführen.

Wie der Kreisausschuss am Tag zuvor verwiesen die Räte zudem auf einen bereits bestehenden, ebenfalls einstimmig gefällten Gemeinderatsbeschluss für das Projekt. Der aktuelle Beschluss lehnt sich nun fast wortgleich an die Entscheidung an, die die Kreisräte trafen. Mit einer Ausnahme: Eine sogenannte Gesamtumfahrung unter Einbeziehung Apfeltrangs sahen die Kreisräte als derzeit nicht realisierbar an. Dem wollten sich die Ruderatshofener nicht anschließen.

Dem Beschluss war eine 70-minütige Diskussion vorangegangen. Darin begründete Bürgermeister Johann Stich die Eile, mit der der Kreis auf die Umgehung drängt: Die Brücken über die Kirnach im Ort seien so sanierungsbedürftig, dass der Landkreis aus Sicherheitsgründen erwägen müsse, diese für Lkw zu sperren oder deren Tonnagen zu begrenzen. Außerdem stehe bei der Bahn der Gleisausbau an.

Zudem sprach der Bürgermeister von dem «nicht sehr positiven Verlauf» der Grundstücksverhandlungen. Gerade im Bereich Apfeltrang hätten viele Bürger ausgeschlossen, Grund herzugeben. In Ruderatshofen gebe es aber gute Ansätze bei den unter der Regie von Wolfgang Kühnl und Landrat Johann Fleschhut geführten Gesprächen.

Zwar sei erst bei einem der Grundstücksbesitzer alles in trockenen Tüchern, «aber es ist nicht so, dass man sich mit denen nicht an einen Tisch setzen und reden kann». Priorität müsse sein, Tauschgrundstücke zu finden, so Stich. «Und meine Meinung ist: Wenn in Ruderatshofen etwas vorwärts geht, tut sich auch in Apfeltrang was und es findet ein Umdenken statt», sagte Stich. Dabei wurde auch betont, dass eine Gesamtumfahrung nicht viel teurer käme. Eine Ostumgehung nur von Ruderatshofen würde, wie berichtet, fünf Millionen Euro kosten.

Davon müsste die Gemeinde laut Stich 260000 Euro tragen. Bei der 6,2 Millionen Euro teuren Gesamtumfahrung kämen auf den Ort 350000 Euro zu. «Wir könnten also für relativ wenig Mehrkosten eine Gesamtumfahrung haben», betonte Ratsmitglied Roland Schneider.

Zugleich wurde im Rat aber auch die Meinung laut, man dürfe eine Umgehung Ruderatshofen keinesfalls von Apfeltrang abhängig machen. «Wenn die Umgehung nicht kommt, haben wir die nächsten 50 Jahre Schwerlastverkehr durch den Ort», sagte etwa Hubert Schmölz.

Thematisiert wurde auch das Zeitlimit, das der Kreisausschuss gesetzt hat: Bleiben die Grundstücksverhandlungen bis Ende Oktober erfolglos, will der Kreis die bestehende Route mitten durch den Ort ausbauen. (hkw)

Eine Bürgerversammlung zu dem Thema findet am 21. Juni statt. Dazu will auch Landrat Fleschhut kommen.

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