Lamerdingen
«Radweg erhöht die Lebensqualität»

Der geplante Radweg zwischen Dillishausen und Lamerdingen entzweit den Gemeinderat. Mit 6:5 Stimmen beschloss das Gremium in seiner jüngsten Sitzung entlang der Staatsstraße 2035 einen Geh- und Radweg zu errichten, wenn dieser durch den Freistaat Bayern mit 75 Prozent bezuschusst wird (siehe Info-Kasten).

Vor dem Beschluss gab es eine kontroverse Diskussion, bei der sich das knappe Abstimmungsergebnis abzeichnete.

Bisher war geplant, zwischen Lamerdingen und Dillishausen den Feldweg entlang der Bahnlinie auf einer Länge von 2,4 Kilometern auszubauen. Dafür sei mit Kosten in Höhe von 265000 Euro zu rechnen, erklärte Bürgermeister Konrad Schulze. Da sich dieser Weg nicht direkt an der Staatsstraße befindet, würde er allerdings nicht vom Freistaat Bayern gefördert.

Eigenanteil von 110000 Euro

Für den Bau eines Geh- und Radwegs entlang der St2035 müsste mit Gesamtkosten von 451000 Euro gerechnet werden.

Unter Berücksichtigung der Förderung des Freistaats von 75 Prozent (entspricht 340000 Euro) verbliebe bei der Gemeinde ein Eigenanteil von 110000 Euro, erläuterte Schulze.

Simon Fischer bezweifelte, dass der Ausbau des Feldwegs an der Bahnlinie so teuer kommen würde. Er habe bei einem Bauunternehmen nachgefragt, das ihm Kosten in Höhe von etwa 140000 Euro genannt habe, da der Weg zum Teil bereits ausgekoffert sei. Außerdem könne man die Jagdgenossenschaften fragen, ob sie sich an dem Projekt beteiligen.

«Rein rechnerisch müsste man zustimmen», sagte Winfried Kastl, «allerdings wäre mir eine Straßenführung in der Natur lieber.» Er stellte den Radwegbau zum jetzigen Zeitpunkt generell in Frage, weil es aktuell so viele «kostspielige Projekte in der Gemeinde» gebe.

Als «Sauerei» bezeichnete es Arnold Jaser, dass nur die Trasse direkt neben der Staatsstraße gefördert werde. Als Privatmann würde man trotz 75 Prozent Förderung von dem Projekt absehen, sagte Klara Gerum: «Ich fahre selbst viel Fahrrad und finde den Feldweg an der Bahn mehr als ausreichend.» «Ich glaube nicht, dass der Radweg an der Staatsstraße angenommen würde», erklärte auch Markus Tröbensberger.

«Die Erfahrung zeigt, wenn man zu spät dran ist, verliert man viel Geld», gab Josef Batzer zu bedenken und das könne sich später als großer Fehler herausstellen. Den Radwegbau müsse man mit Maßnahmen der Dorferneuerung gleichsetzen, weil er «die Lebensqualität in der Gemeinde» erhöhe.

«Rausgeschmissenes Geld»

«Es wäre rausgeschmissenes Geld, wenn wir so eine Chance nicht nutzen würden», sagte Michael May. Man müsse auch auf Kinder und ältere Leute Rücksicht nehmen, die lieber und sicherer auf einem asphaltierten Weg fahren könnten.

Mit 6:5 Stimmen setzten sich die Befürworter des neuen Radwegs an der Staatsstraße durch. Dagegen stimmten Klara Gerum, Winfried Kastl, Markus Tröbensberger, Gerhard Gossler und Simon Fischer.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen