Marktoberdorf
Quer durch die Musikgeschichte

Auch wenn es wünschenswert wäre, so wird wohl selten im Rathaussaal von Marktoberdorf solch eine fröhlich gelockerte Stimmung herrschen wie beim Abschlusskonzert, das zur langjährigen Tradition der Leistungskurse (LK) Musik des hiesigen Gymnasiums gehört.

Wie recht hatten doch die Comedian Harmonists: «Mit Musik geht alles besser» - mit diesem Motto begrüßte der Chor des kompletten LK seine Zuhörerschaft im randvollen Saal. Zu seinen weiteren Auftritten gehörte J. Haydns «Lob der Faulheit», was zu den gezeigten Leistungen gar nicht passen will, und als Rausschmeißer der Wunsch nach «Wochenend' und Sonnenschein».

Durchwegs hörenswert

Die kammermusikalischen Werke resultierten teils aus der Vorbereitung für Vorspiele und für das praktische Abitur, teils wurden sie eigens für diesen einstudiert. Erfreulicherweise wurden es fünfzehn Werke und damit so viele, dass in diesem Rahmen aus all den durchweg hörenswerten und interessanten Beiträgen leider nur ein paar besondere Leckerbissen herausgepickt werden können.

Die Bläser boten eine breite Palette vom opulenten Hörnerklang über lebhafte Block- und Querflöten bis zur schwelgerischen Klarinette. Ihre Beiträge reichten quer durch die Musikgeschichte, von J. B. Loeillets Triosonate bis zu F. Poulencs «Romanza» für Klarinette und Klavier, von Daniela Prestele und Bernadette Bayrhof delikat zelebriert.

Auch der Gesangskunst gefrönt

Die Gesangskunst wurde nicht nur chorweise, sondern auch im Quartett, zu zweit und solistisch ausgeübt. Neben zwei vierstimmigen Volksliedsätzen von J. Brahms ist dabei vor allem L. Delibea wunderhübsches «Blumenduett» aus seiner Oper «Lakmé» hervorzuheben, in dem die Sopranstimmen von Julia Thorand und Luise Wanninger sich wie frühlingsselige Schmetterlinge umspielten.

Früher dominierten in der schulischen Kammermusik Klavier und Streicher. Der altgediente Flügel des Rathauses wurde nur einmal bei einem Nocturne von F. Chopin solistisch eingesetzt, hatte aber als Begleiter neunmal Dienst. Die Viola und die Violine spielten «lieber Tango» - mit diesem Wortspiel sei auch der beiden Ansager gedacht, die etliches zur gelockerten Stimmung beitrugen.

Im abschließenden 1. Satz aus F. Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio d-Moll fand der Abend seinen Höhepunkt. Annette Humburg (Violine), Matthias Thalmann (Cello) und Bernadette Bayrhof (Klavier) hatten sich auf diese energiegeladene, anspruchsvolle Musik derart gut vorbereitet, dass sie, selber hingerissen, ihre Zuhörer ebenso mitreißen konnten. Etwas atemlos nahmen sie den verdienten ausgiebigen Beifall entgegen.

Vor der Pause hatte der Schlagzeuger sein Stück «Peanuts» gereicht, in der Pause gab es eine feine Bewirtung und am Schluss des Abends Blumen für die Instrumental-Lehrkräfte sowie Orchideen für den Kursleiter Stefan Wolitz. In den Ansagen war immer wieder vom «Endspurt» die Rede - selten wurde so entspannt und doch temporeich gespurtet. Man kann allen Beteiligten nur dankbar wünschen, dass ihnen diese Fortbewegungsweise weiterhin gelingen möge.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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