Kabarett
Pures Vergnügen: Kabarettist Wolfgang Krebs in Wildpoldsried

'Sie erfahren mehr über die CSU, als Ihnen lieb ist', sagt er gleich zu Beginn seiner Show – und genau das wollen die gut 150 Besucher im Wildpoldsrieder 'Kultiviert'-Dorfsaal. Jeder kennt ihn natürlich, den Kaufbeurer Kabarettisten Wolfgang Krebs. Seine Double-Parodien vom Stoiber Edmund sind ja wirklich zum Tränenlachen und Japsen vor Vergnügen.

Gleich zwei Mal lässt er den prominent-berüchtigten Verhaspler auftreten, vor der Pause und als Schlussnummer. 'Wir waren da in Waschington auf Fisite, wenn Sie meinen, was ich verstehe, und zwar im Waisenhaus …' Umwerfend dazu die haarscharf überzeichnete Mimik und Gestik des schwungvoll überpointiert daherfaselnden ehemaligen Ministerpräsidenten.

Blitzartig die Übergänge von weltpolitischer Bühne zu privaten Bekenntnissen aus Heim und Garten, wo der Landesvater immer mal wieder 'Blumen hinrichtet'. Und: 'Diese Windräder hier – ich frag mich nur, was sie damit antreiben? Ich war ja oft im schönen Allgäu – soll man nicht aus dem Allgäu komplett einen Nationalpark machen?'

Fragen über Fragen, die das Zwerchfell der Zuhörer gewaltig strapazieren. Auf die Idee einer 'bestoiberbaren Energie' kommt er im Schlussteil: 'Hinterlassen habe ich einen ausgeblichenen Saustall, äh, ausgeglichenen Haushalt. Und die schwarze Null, die war ich.'

Soweit also schlaglichtartig die unschlagbare Paraderolle des Parodisten Wolfgang Krebs. Dass er früher mal wirklich in die hohe Politik einsteigen wollte, ist ein offenes Geheimnis. Den Bundestag hätte er wohl ganz schön aufgemischt – stattdessen füllt Krebs jetzt die Kabarett-Säle im Land.

Der Gegenkandidat ist auch da

Aktuell heißt seine Show 'Drei Mann in einem Dings! Eine Partei auf Wahlfang'. Gemeint ist natürlich die CSU mit ihrer präsidentiellen Dreifaltigkeit Seehofer, Stoiber und Beckstein. Verkleidet jeweils als Kapitän, Ehrenkapitän und Schiffsjunge, auf großer Fahrt über die bayerischen Seen.

Wo zur gaudigen Abwechslung auch ein grotesk schwäbelnder Schlagersänger namens Meggy Montana sein Unwesen treibt: 'Es war eine schöne Fieschta, und dann zeigtest du mir deine Schweschta …' Wo auch die ehemalige Starkbierkönigin Waldemarie Wammerl ihre tierischen Rezepte ausplaudert, vom 'Nerz im Schrank, dem Stier im Bett, dem Jaguar in der Garage – und dem Esel, der das alles bezahlt.'

Nicht zu vergessen den wütenden Ortsvorsitzenden Schorsch: 'Ein Scheißdreck ist das mit dem Ehrenamt! Du kriegst es nicht mehr los!'

Schließlich zappelt da noch aus dem Bühnen-Bullauge des Krebsschen Kreuzfahrt-Schiffs 'M.S. Wolfratshausen' die Kasperl-Puppe eines Gegenkandidaten, sprich Christian Ude. Seine Polit-Botschaft: 'Ozapft is!' Dem ist nichts hinzuzufügen. Lachen genügt.

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