Proteststurm gegen hohe Friedhofsmauer

Von Barbara Hell | Waltenhofen-Niedersonthofen 'Scheußlich', 'grauenhaft', 'ein Skandal!' Die Reaktionen auf die Betonplatten für die neue Friedhofsmauer, die seit einer Woche die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Alexander in Niedersonthofen umgibt, sind einhellig ablehnend. Viel zu hoch seien die Wände geraten, das ganze Ensemble werde verschandelt, schimpfen aufgebrachte Bürger. Rathauschef Eckhard Harscher räumt einen Fehler ein und erklärt: 'So wird's nicht bleiben.'

Schon in der nächsten Woche werden Harscher und Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege sowie des Kreisbauamts den 'Tatort' besichtigen und besprechen, wie die Mauer künftig so gestaltet werden kann, dass die Kirche aus dem 16. Jahrhundert genauso wirkungsvoll anzusehen ist wie zuvor. 'Auf jeden Fall muss die Mauer niedriger ausfallen', verspricht Harscher. Schließlich ist der Sakralbau die wohl bedeutendste spätgotische Kirche des Landkreises und steht unter Denkmalschutz.

Dass es zu der 'Panne' kommen konnte, erklärt Bürgermeister Harscher mit einer nicht abgesprochenen Entscheidung des technischen Bauamts im Rathaus. Bei der Festlegung der Höhe für die Mauer habe sich der Leiter an einer technischen Vorgabe orientiert, nach der bei einer niedrigeren Umzäunung eine 'Absturzsicherung' verlangt werde. Um zu vermeiden, dass jemand auf die Mauer steigt und abstürzt, müsste ein Geländer angebracht werden. Dies aber habe der Bauamtsleiter vermeiden wollen. Entgegen der Vorgaben des Gemeinderatsbeschlusses zur Mauersanierung sei die Betonverschalung deshalb so hoch ausgefallen, erklärt Harscher.

In ihrer jetzigen Höhe erreicht die Betonverschalung von der niedriger liegenden Straße aus gesehen zwei Meter, sie ist etwa einen halben Meter höher als bisher. Für diese Veränderung hätte wohl das Landesamt für Denkmalpflege eingeschaltet werden müssen, das jetzt für die Lösung des Problems zugezogen wird.

Bedauerlich findet Harscher auch, dass zuvor niemand mit Pfarrer Josef Albrecht gesprochen habe, der von der Höhe der Mauer ebenfalls überrascht wurde. 'Leider wurde mit dem Geistlichen nicht so Kontakt aufgenommen wie es hätte sein sollen', gibt der Rathauschef zu. Ab sofort werde Pfarrer Albrecht in die Planungen fest einbezogen. So ist der Seelsorger sicher: 'Wir sind auf einem guten Weg.'

Welche zusätzlichen Kosten dadurch entstehen werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Aber auf jeden Fall will die Gemeinde laut Harscher 'den Fehler so reparieren, dass die Mauer ins Ortsbild von Niedersonthofen passt.'

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