Kaufbeuren
Programm voller Überraschungen

Er ist unter den Zirkussen in Deutschland einer der größten, wirbt für sich aber eher mit Qualität: «Unter den Guten einer der Besten». Circus Probst aus Neustadt an der Weinstraße übertreibt damit nicht und dürfte bei der Premiere in Kaufbeuren so manchen Zweifler bekehrt haben. Wer behauptet, Zirkusvorstellungen würden stets nach dem gleichen Schema ablaufen, wird aufgrund der originellen Mischung von Elementen aus Akrobatik, Komik und Tierdressur eines Besseren belehrt.

Probst ist, wie die meisten Unternehmen dieser Art, ein Familienbetrieb, in dem Vater und Zirkusdirektor Reinhard ebenso mitwirkt wie die Töchter Sonja und Stephanie in der Manege und Sohn Andreas als verantwortlicher Beleuchter. Aber auch Artisten aus Osteuropa und Asien begeistern mit ihrem Können. Den Rahmen bildet dabei die Truppe Eshimbekov aus Kirgisien, die mit waghalsigen Balance-Akten auf dem Hochseil und mit mongolischen Reiterkünsten das Publikum in Staunen versetzt.

Stephanie Probst bezaubert mit gleich zwei Auftritten: einmal mit Vollblutarabern und Friesenhengsten, dann mit einer originellen Mischung aus Pferde- und Kameldressur. Schlaksig und tollpatschig, wie es ein «Mister Bean» nicht besser könnte, stolpert der moldawische Akrobat Jim Bim über Trampolin und Sprungbrett.

Kommen bei Bim Komik und Akrobatik zusammen, so zeigt die Ungarin Maria Eleky Akrobatik in einem neuen Licht, denn sie verlässt sich beim Jonglieren ganz auf ihre Füße. Klamauk mit größter Körperbeherrschung serviert das Duo Wolf aus Tschechien. Die oft von einer Portion Melancholie geprägte Clown-Nummer fehlt beim Zirkus Probst. Stattdessen gibt Stephanie Probst als Lolli mit originellen Einlagen dem Begriff «Pausenclown» ein positives Image.

Tierfreunde kamen ebenfalls auf ihre Kosten. Reinhard Probst war bei der «Exoten-Parade aus fünf Kontinenten» in seinem Element und präsentierte neben Kamelen und Zebras ein Watussi-Rind, ein Yak und einen Emu. Dieter Dittmann hatte seine sechs Königstiger bestens im Griff, deren Fauchen jede andere Person im Käfig in Angst versetzt hätte.

Abgerundet wurde das Programm durch weitere akrobatische Einlagen. Richard glänzte mit Balance-Akten am «Washington-Trapez» und David aus Prag führte schweißtreibende Handstandartistik vor, nicht ohne dazu auch noch zu jonglieren.

Reinhard Probst nutzte das große Finale zu eindringlichen und doch freundlichen Worten über die Lage der Zirkusszene, denn die Zirkusse werden im Gegensatz zu Theatern und anderen Kultureinrichtungen nicht öffentlich subventioniert und müssen sich finanziell selbst tragen.

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