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Medizin
Professor Heinrich Stiegler und Dr. Markus Tietze aus Kaufbeuren bilden Studenten in der Hauptstadt Tiflis aus

'Georgien ist ein faszinierendes Land der Gegensätze', schwärmt Oberarzt Dr. Markus Tietze. In der Hauptstadt Tiflis und in Batumi veranstaltete er gemeinsam mit Professor Heinrich Stiegler und ärztlichen Kollegen aus Großhadern und Ottobeuren Fortbildungen für angehende georgische Ärzte.

Ob landschaftlich, kulturell oder strukturell, Georgien sei vielseitig. Hier 5500 Meter hohe Berge, dort das Schwarze Meer mit seinen Stränden. Hier extreme Armut, dort unglaublicher Reichtum. Dürftig eingerichtete Kliniken in Tiflis mit maximal 300 Betten für etwa zwei Millionen Einwohner ohne Sozialversicherung, daneben erstklassig ausgestattete Privatkliniken für zahlungskräftige Patienten.

Seit 2006 verbindet Stiegler ein intensiver Kontakt mit den dortigen Universitäten. Über eine Stiftung konnte der Chefarzt der Viszeralchirurgie am Klinikum Kaufbeuren Geld akquirieren und einen Stipendienfonds gründen. Seitdem sind regelmäßig im Sommer vier Studenten für sechs Wochen in Stieglers Abteilung zu Gast. Darüber hinaus hospitiert ein georgischer Arzt regelmäßig im Klinikum Kaufbeuren. Aus diesem Kontakt wurde in der Zwischenzeit eine Arztstelle regulär besetzt.

Trauma-Management und Nahtkurse

Der jetzige Aufenthalt in Tiflis und Batumi war gefüllt mit intensiven Fortbildungen für Studenten in den höheren Semestern und Ärzten in Ausbildung. Stiegler und Tietze berichteten über das Trauma-Management im Klinikum Kaufbeuren. Es wurden Nahtkurse am Modell durchgeführt und nach Ankunft der deutschen Kollegen aus Großhadern und Ottobeuren gab es weitere Vorträge. Am Abend des zweiten Tages reisten die deutschen Ärzte nach Batumi. Die dortige Universität liegt direkt am Schwarzen Meer. In Batumi standen Ultraschallkurse im Vordergrund und es gab interessante Diskussionen, insbesondere über den Einsatz von Kontrastmitteln während der Ultraschalluntersuchung.

'Zwar waren die vier Tage in Georgien voller intensiver medizinischer Tätigkeiten', sagt Stiegler. Die Abende seien aber geprägt gewesen 'von einer unglaublichen, beinahe erdrückenden Gastfreundschaft'. Beide Seiten wünschen sich eine intensive Kooperation zwischen den Kliniken zur Ausbildung georgischer Ärzte. Tietze freut sich auf die weitere Zusammenarbeit: 'Es ist für mich ein großer Anreiz, dieses Land in seiner medizinischen Entwicklung begleiten zu dürfen und hier einen Beitrag zu leisten.' Eines sei ihm bei seinem ersten Aufenthalt deutlich bewusst geworden: 'Was die medizinische Versorgung anbelangt, wird bei uns auf allerhöchstem Niveau gejammert.'

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