Kaufbeuren
Preise für Bäder steigen

Viele haben es schon länger vermutet, aber nun steht es weitgehend fest: Die Eintrittspreise für die städtischen Bäder werden ab dem kommenden Jahr erhöht. Wieviel Geld Badegäste künftig am Schalter mehr berappen müssen, konnte Klaus Schaller vom zuständigen Liegenschaftsamt noch nicht sagen. «Das wird der Stadtrat voraussichtlich noch heuer festlegen.» Er betont aber, dass die Erhöhung nur zum Teil mit der derzeitigen Sanierung des Hallenbades für rund 2,2 Millionen Euro zu tun habe. Dabei sind aktuell auch unvorhergesehene bauliche Probleme aufgetaucht - unter anderem Sondermüll. Eine Erhöhung wäre angesichts steigender Energiekosten ohnehin erforderlich geworden. Aber: «Wenn es nun ein verbessertes Angebot gibt, ist das doch der ideale Zeitpunkt für eine Anpassung.»

Immerhin seit 1996 habe die Stadt die Preise in den Freibädern nicht erhöht, obwohl das Neugablonzer Freibad für viel Geld saniert worden ist. Und der Eintrittspreis ins Hallenbad wurde bei der Euroumstellung 2002 nur leicht verändert, man musste etwas mehr zahlen, darf aber auch statt zwei nun drei Stunden baden. «Je nachdem, wie lang man schwimmen geht, wurde so die Sache sogar noch billiger.»

Mit den Eintrittsgeldern werden laut Schaller ohnehin nur rund 20 bis 30 Prozent der Kosten für die drei städtischen Bäder gedeckt. «Das reichte in den vergangenen Jahren gerade einmal für den Posten Strom, Wasser und Gas.» Dazu kommen der übrige Unterhalt (wie Reparaturarbeiten) und die Gehälter für die 20 Beschäftigten sowie die drei hauptamtlichen Rettungsschwimmer.

Extrakosten entstehen

Abseits dessen wies Hochbauamtsleiter Klaus Scholz im Bauausschuss auf bauliche Probleme hin, die man nicht habe voraussehen können. So wurde beim Ausbaggern des Bereiches, in dem künftig die Außenrutsche entstehen soll, festgestellt, dass sich dort wichtige Leitungen befinden, die nun verlegt werden müssen. Das macht laut Scholz allein Extrakosten in Höhe von 10000 Euro aus. Dass die Leitungen in diesem Bereich verlaufen, habe keiner mehr gewusst. Das Kaufbeurer Freibad eröffnete 1980, zu diesem Zeitpunkt mussten die Rohre wohl verlegt worden sein. Im 1982 eröffneten Hallenbad wird zudem Beton im Bereich Heißwasserbecken saniert, weil dieser von Chlordämpfen angegriffen worden ist. Auch das Holz der Fenster in diesem Bereich ist betroffen. Viel zu tun haben die Bauarbeiter auch beim Kinderbecken.

Aus baulichen Gründen muss der existierende Boden herausgebrochen werden. Wie sich zeigte, besteht dieser aber aus Beton mit einer Stärke von 70 Zentimetern. «Damit konnte man nun wirklich nicht rechen», so der zuständige Architekt Markus Merz. Ein Bagger mit Meißel braucht nun allein etwa drei bis vier Tage, um den Beton zu beseitigen.

Und beim Abbruch der Fliesen wurde PCB-belastetes Material entdeckt. «Das befand sich hinter den Fliesen und war somit versiegelt», so Merz weiter. «Erst freigesetzt als Staub ist es gefährlich, deshalb müssen die Arbeiter einen Mundschutz tragen.» PCB («Polychlorierte Biphenyle») sind Chlorverbindungen, die später als Sondermüll entsorgt werden.

Insgesamt verteuern die Probleme die Sanierung um 30000 Euro. Zwar nicht viel für ein 2,2-Millionen-Projekt. Aber es könnten noch weitere Probleme auftauchen, «was ich natürlich nicht hoffen will», so Scholz.

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