Post will letzte Filiale im Kleinwalsertal nun doch schließen

Die Österreichische Post AG will im Kleinwalsertal nach der Schließung der Filialen in Mittelberg und Hirschegg jetzt doch auch das letzte verbliebene Postamt in Riezlern zusperren. Am 17. Dezember 2010 wurde die Schließungsabsicht bei der «Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH» schriftlich eingereicht.

Sollte die unabhängige Regulierungsbehörde, das mit dem Schreiben vorgelegte Zahlenwerk bestätigen, wird das Riezler Postamt voraussichtlich Mitte März geschlossen. Das bestätigt Post-Pressesprecher Martin Riedl auf Anfrage. Seitens der Post sei die Sache klar und es gebe kein zurück, konkretisiert er.

Wenn sich ein Postamt «wirtschaftlich nicht rechnet» und auch keine «Nachhaltigkeit» zu erzielen sei, so Riedl, müsse die Post AG reagieren. Im Postgesetz heißt es: Die Post darf eine Filiale nur schließen, wenn «die kostendeckende Führung des Postamtes aufgrund mangelnder Kundennachfrage dauerhaft ausgeschlossen» ist. In Riezlern ist das der Fall. Und das nicht erst seit Kurzem. Die Post schaue «ständig auf die Zahlen», auch Riezlern wurde «über Jahre beobachtet».

Wird das Postamt im März tatsächlich dichtgemacht, so hat dies «keinerlei Auswirkungen» auf den Zustelldienst, versichert Riedl. Briefsendungen und Pakete werden weiterhin wie gewohnt zugestellt. Und einen Postpartner, der die Geschäfte des Postamtes übernimmt, soll es ebenfalls geben. Bislang hat man laut Martin Riedl noch keinen gefunden, aber es gebe «genügend Geschäfte und Nahversorger, die ihr Kerngeschäft mit dem Postgeschäft ergänzen könnten», so der Postsprecher.

Als Alternative könnte aber auch der bereits bestehende Postpartner in Mittelberg genutzt werden. Damit ist auch die für die Schließung von Riezlern notwendige Voraussetzung erfüllt, dass 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 10 Kilometern eine Post oder einen Postpartner erreichen können. Die Post AG wird in der kommenden Woche Kontakt mit der Gemeinde Mittelberg suchen und einen Gesprächstermin vereinbaren.

Nur geringe Chancen auf Erhalt

Für Bürgermeister Andi Haid ist die Vorgehensweise der Post «völlig inakzeptabel». Er ärgert sich vor allem über ein Schreiben vom zurückliegenden November. In diesem teilte die Post der Gemeinde mit, dass eine Schließung des letzten Postamtes im Tal «derzeit nicht beabsichtigt» sei (wir berichteten). Die «spezielle geografische Lage» des Kleinwalsertals wird «überhaupt nicht berücksichtigt», zeigt sich Haid verärgert. Es sei unmöglich für die Bevölkerung, ein für alle Postgeschäfte ausgestattetes Postamt «im Umfeld von 10 Kilometern» zu erreichen. Gerade für jene, die ihren «Geldverkehr» über die Post abwickeln «ist das unzumutbar».

Die Gemeinde wird sich nun mit der Regulierungsbehörde in Verbindung setzen und die Sachlage aufzeigen, so Haid. Immerhin wären 5000 Einwohner und 10500 Gästebetten in einer der österreichweit «größten Tourismusgemeinden» betroffen. Trotzdem: Die Chancen für den Erhalt des Postamtes stuft der Gemeindechef als «eher gering» ein. Das zeige allein die Anmeldung zur Schließung bei der Regulierungsbehörde auf.

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