Big Box
Pop-Gruppe Pur macht auch mit Akustik-Fassungen ihrer Hits die Fans in der Big Box glücklich

Stadien und Großhallen haben Pur bei ihren Akustikkonzerten bewusst links liegen lassen. Auch beim vorletzten Auftritt ihrer Deutschlandtour begnügt sich die Popband mit der «intimen, kleinen, kuscheligen» Big Box, so Sänger Hartmut Engler. In diesem «Großraumwohnzimmer» schaffen es die sieben Mann der Gruppe aus Bietigheim-Bissingen auf Anhieb rund 2400 Fans in Stimmung zu bringen.

Die Scheinwerfer richten sich auf den Seiteneingang: Unter wirkungsvoll beleuchteten Regenschirmen und Donnergrollen zieht die Band von hinten durch die Zuschauerreihen zur Bühne. << Im letzen Regen >> heißt passend das erste Stück. Beim nachfolgenden << Freunde >> ertönt nicht nur der vollständige Refrain aus vielen Kehlen. Gleich alle Verse werden gesungen.

Emotionale Lyrik

Abgespeckt erscheinen die Stücke in neuem Gewand, so dass man sie manchmal erst bei der Titelzeile erkennt. So lässt das ausgeklügelte Arrangement << Funkelperlenaugen >> in einen waschechten Blues hinein gleiten. Die Pur-Lyrik wühlt tief wie eh und je in Emotionen und Lebenserfahrung. Engler besingt die Ruhe, die viel zu kurz kommt in einer komplizierten, hektischen Welt. Ein nachdenkliches << Der Trick dabei >> handelt von Vergänglichkeit.

Wie zum Protest dagegen steht auf der Bühne ein ewig jugendlicher Hartmut Engler (49), hauptberuflich Musiker, nebenberuflich Frauenschwarm. Er sucht den Kontakt zum vornehmlich weiblichen Publikum. Alles hört auf sein Kommando. Nur kleine Gesten und Textfetzen genügen und Engler dirigiert seine Fans erstaunlich akzentuiert wie einen Chor, indem er Tempo und Lautstärke vorgibt.

Brav und absolut jugendfrei

Auch live verkaufen Pur erfolgreich ihre Träume von einer besseren, heileren Welt. Brav und absolut jugendfrei. Ethisch und politisch korrekt. Und superglatt: Der fast völlig fehlende Rockfaktor beim Akustikgig verstärkt diesen Eindruck noch.

Die Stromlinienform des Auftritts durchbrechen wenige witzige Einlagen. << Highway to Hell >> a cappella mit einem Keyboarder Ingo Reidl, der in Schuluniform und Ranzen auf dem Buckel über die Bühne hoppelt. Das hat Charme. Oder etwa auch, als Band-Rasta Joe Crawford an der Flöte auf << Ein graues Haar >> pfeift.

Mit hoher Hitdichte gehen Pur auf Nummer sicher. Es ist Pur pur - nach fast drei Stunden ohne Pause und Vorgruppe hinterlässt die Band selige Fans.

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