Polka, Latin, Pop - topp

Von Philomena Willer | Schwangau Die Zukunft der Musikkapelle Schwangau ist gesichert. Das Konzert der Jugendkapelle wurde zum 'ersten Höhepunkt im neuen Jahr', wie es Bürgermeister Reinhold Sontheimer begeistert ausdrückte und damit die Meinung aller im vollbesetzten Kurhaussaal wiedergab. Jugenddirigent Markus Böhling hatte mit seinen 28 Schützlingen ein klares, übersichtliches Programm einstudiert: kein Potpourri aller Stilrichtungen, sondern traditionelle, klassische Blasmusik im ersten Teil, Pop und Latin im zweiten. Flott wie die Musik war der Auftritt der jungen Musikanten in ihren T-Shirts mit dem selbstentworfenen Logo, dazu die witzigen Spots auf der Videowand. Jens Schwarz, Vorsitzender der Musikkapelle, freute sich mit den jungen Musikern über die große Resonanz als Belohnung für harte Probenarbeit.

'Nessaja, der Song aus Peter Maffays Tabaluga, ist das Stück, mit dem wir auf den Wertungsspielen einen guten Erfolg erzielt haben', begann Christine Niggl. Die Moderation der Flötistin und zweiten Jugendleiterin war wohlüberlegt und informativ. Die gesamte Kapelle zeigte hier wie bei den folgenden Stücken, dass sie die keineswegs einfachen Rhythmen meistert.

'Wir machen kein tätärä, sondern ausgefeilte Blasmusik', sagte Ernst Mosch einmal. Und die Jugendkapelle brachte es fertig, den unverwechselbaren vollen, warmen Klang der Egerländer Musik in der 'Strohwitwer-Polka' des 'Polkavaters' wiederzugeben - ebenso wie im Andulka Marsch des großen Böhmen Frantisek Kmoch und im 'Böhmischen Herzklopfen' der Hergolshäuser Musikanten. Nach seinem Trompetensolo im 'Coburger' ließ man den 16-jährigen Max Schwarz nicht so schnell auf seinen Platz zurück. Er meisterte es mit solcher Bravour, dass man es nochmal hören wollte.

Fünf neue Mitglieder stellte Dirigent Markus Böhling vor. Seit wenigen Monaten gehören sie der Kapelle an und wurden bei ihrem ersten großen Auftritt mit einem kleine Geschenk bedacht. 'Der Wechsel von Trompete und Tenorhorn zum Alphorn erfordert Mut,' erklärte Böhling, als Basti und Max Schwarz und Michi Hahn von der Bühne herunterstiegen und aus alten Noten zwei Schweizer Stücke am Alphorn brachten, eine Premiere vor großem Publikum, denn die jungen Vollblutmusikanten begeistern sich erst seit kurzem für das schwierige Instrument.

Schwungvoll ging es mit dem Libo-Chacha in die zweite Runde, die einige Überraschungen zu bieten hatte und mit 'El Condor Pasa' aus den südamerikanischen Weiten zeigte, dass Blasmusik auch für die Jugend enormes Potenzial birgt. Ein weiterer Höhepunkt des Abends kam mit dem 'Benny Hill Show Theme'. Tobias Heiserer brachte mit seinem Saxophon in der fantastischen Performance des Yakety Sax den Saal zum Toben. Klar, dass er wie Max Schwarz bei den Zugaben noch eins drauf geben musste.

Die Chart-stürmende Salsa 'La Camisa Negra' zeigte noch einmal die Qualitäten der gesamten Kapelle. Zu Joe Cockers 'You can leave your hat on' wurde sogar eine kesse Show geboten. In hinreißenden Latin Hip-Rhythmen von 'Tequila' und der Samba Copacabana kam brasilianisches Flair, Schwung und Temperament in den Saal. 'Ein super Abend', meinten die Besucher und entließen erst nach stürmisch geforderten Zugaben die Jugend zum verdienten Feiern.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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