Kempten / Oberallgäu
Polizei warnt vor dubiosem Busausflug

Aus heiterem Himmel 2000 Euro bar auf die Hand - wer würde da schon nein sagen? Zumal, wenn man dafür nicht mehr tun muss, als an einer Busfahrt nach Sankt Gallen in der Schweiz teilzunehmen.

Als Gewinner eines Preisrätsels und mit einem tollen Besichtigungsprogramm inklusive. Natürlich ist das, was AZ-Leser Robert S. da kürzlich in den Briefkasten flatterte, viel zu schön, um wahr zu sein.

Denn die Firma «Euro plus24 UG», die den 53-Jährigen mit einem angeblichen Bargeldgewinn in einen ihrer Busse locken will, ist für ihre Kaffeefahrten berüchtigt. Weshalb die Kemptener Polizei eindringlich davor warnt, auf solche Angebote einzugehen.

Auf keinen Fall reagieren

Frühmorgens am 26. Mai soll der Bus halten in Durach, Sulzberg, Waltenhofen, Buchenberg und einigen weiteren Stationen. «Da haben bestimmt noch einige mehr diesen Brief bekommen», meint Robert S. Anfang des Monats flatterte ihm die Mitteilung ins Haus.

Man habe mehrfach vergeblich versucht, ihn über seinen Bargeldgewinn zu informieren, heißt es darin. Letzte Chance für die Übergabe sei nun die Busfahrt nach Sankt Gallen.

Und einige Zeilen weiter: «Wollen Sie wirklich auf das Bargeld verzichten? Sie haben doch nichts zu verschenken, Herr S.» Ansonsten fallen vor allem die widersprüchlichen Aussagen auf im Brief von «Hansi Moosberger»: Mal ist von 2000 Euro in bar die Rede, dann wieder von 5000. Mal ist der 53-Jährige Rubbellosgewinner und dann wieder wurde er bei einem Gewinnspiel verschiedener Katalogfirmen ausgelost.

Robert S. jedenfalls füllte die Antwortkarte erst einmal nicht aus, sondern suchte im Internet nach dem Namen der Firma. Und stieß auf unzählige Beiträge zu Kaffeefahrten dieser schweizer Briefkastenfirma, die nie bei einem Ausflugsziel, sondern stets bei stundenlangen Verkaufsveranstaltungen in Gaststätten endeten. Für den 53-Jährigen war klar: «Da werde ich auf keinen Fall reagieren.»

Und damit handelt er genau richtig, sagt die Polizei. Am besten nämlich sei es, auf solche Angebote gar nicht erst einzugehen, keine Antwortschreiben zu verfassen und keine persönlichen Daten herauszugeben.

«Derartige Gewinnmitteilungen sind nicht vertrauenswürdig. Niemand hat etwas zu verschenken», betont Polizeisprecher Sven-Oliver Klinke. Zwar hätten Verbraucher, denen Gewinne versprochen wurden, grundsätzlich ein Recht auf den zugesagten Preis.

Dass sie den Gewinn aber auch wirklich erhalten, sei nicht einmal nach einem erfolgreichen Rechtsstreit sicher.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen