Rauschgift
Polizei nimmt in Kempten vier mutmaßliche Heroindealer fest

Die Polizei hat vier mutmaßliche Drogenhändler in Kempten festgenommen. Die Beamten fanden bei ihnen Heroin in hoher Qualität im Wert von mehreren tausend Euro. Anlass der Ermittlungen war der Tod eines 30-jährigen Heroinsüchtigen, der im Oktober 2014 an einer Überdosis gestorben war. Ein fünfter Verdächtiger ist noch auf der Flucht.

Der 30-Jährige war am 8. Oktober vergangenen Jahres mit zwei Bekannten aus der Rauschgiftszene in Kempten unterwegs gewesen. Er machte dann mit den beiden aus, dass er allein in die gemeinsame Wohnung gehen werde. Als die beiden Bekannten später nachkamen, fanden sie den 30-Jährigen, der an einer Überdosis gestorben war.

Die Polizei hatte seitdem intensive Recherchen über die Herkunft des Rauschgifts angestellt. In den Fokus der Fahnder gerieten ein Duo und ein Trio aus Kempten. Die Betreffenden seien Teil des hiesigen Drogenmilieus. Den Kemptener Ermittlern war von niederländischen Polizisten gemeldet worden, dass das Duo, ein 41-Jähriger und ein 34-Jähriger, am 31. Januar in Holland kontrolliert worden war. Man fand aber bei ihnen nichts und ließ sie weiterfahren.

Den Aufenthalt in den Niederlanden sah die Staatsanwaltschaft Kempten aber als Indiz dafür an, dass Drogengeschäfte im Gange sind. Sie erließ Haftbefehl. Der Ältere wurde in Kempten gefasst. Bei ihm fanden die Beamten 36 Gramm sehr reines Heroin, das möglicherweise für den Straßenverkauf hätte noch gestreckt werden können. Ein Gramm kostet auf der Straße im Schnitt 90 Euro. Der 34-Jährige hingegen ist noch auf der Flucht.

Trio miteinander verwandt

Das Trio besteht aus zwei Männern im Alter von 28 und 50 Jahren sowie einer 46-Jährigen. Die drei waren mit dem Auto nach Nordbayern gefahren, um Drogen zu kaufen. Als sie wieder in Kempten ankamen, wurden sie von der Polizei verhaftet. Sie hatten zehn Gramm Heroin dabei, ebenfalls von sehr hochwertiger Qualität. Die drei sind miteinander verwandt. Der 50-Jährige ist türkischer Staatsbürger, die anderen vier mutmaßlichen Drogenhändler sind Deutsche, die aus den früheren GUS-Staaten stammen (ehemalige Sowjetunion).

Ob das Trio und das Duo sich kennen, ist unklar. Weitere Ermittlungen ergaben, dass diejenigen, die bei den Fahrten am Steuer saßen, währenddessen unter Drogeneinfluss standen. Einer, der 41-Jährige, hat zudem keinen Führerschein.

Die vier Gefassten sitzen in U-Haft. Sie müssen mit einem Prozess wegen Drogenhandelns rechnen. Eine Klage etwa wegen fahrlässiger Tötung, weil sie zu reines Heroin verkauften und so für den Tod des 30-Jährigen verantwortlich sind, steht hingegen nicht im Raum, sagt Polizeisprecher Christian Owsinski. Auch ein Drogenhändler müsse sich nicht juristisch dafür rechtfertigen, wenn ein Konsument bei der Drogeneinnahme Fehler mache. Kemptens Kripochef Michael Haber zeigte sich zufrieden, dass es nun gelungen sei, zwei Quellen für den Heroinnachschub in der Region trocken zu legen.

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