Niedersonthofen
Politisches Pingpong mit Pointen

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Nicht nur im Landtag sind die Oberallgäuer Grünen jetzt zu zweit. Auch auf der Bühne des übervollen Krone-Saals beim Politischen Aschermittwoch spielen sich die Landtagsabgeordneten Adi Sprinkart und Thomas Gehring, «der Alte und der Neue», gegenseitig die Bälle zu. Beim politsatirischen Pingpong landet zwar noch der ein oder andere Ball im Aus. Doch im Großen und Ganzen flutscht das Zusammenspiel und das Publikum bejubelt jeden Treffer.

Der angekündigte dritte Mitspieler, Landtags-Fraktionsvorsitzender Sepp Daxenberger, musste wegen Heiserkeit passen. So treten Sprinkart und Gehring auch landespolitisch gegen Schwarz an. Dass bei Personalentscheidungen nicht die Qualifikation, sondern der Regionalproporz an erster Stelle stehe, dass in der Bildungspolitik Seilschaften Reformen verhinderten, dass «die Gelenkklasse schon jetzt Arthrose hat bevor sie richtig da ist», nehmen die Wortjongleure aufs Korn. Und die Freien Wähler im Landtag? Naja, die wüssten noch immer nicht so recht, ob sie die Reservekoalitionspartner der Schwarzen oder Opposition sein solle, stellen Sprinkart und Gehring fest.

Auch in der eigenen Heimat werden sie bei ihrer Suche nach Kritisierbarem fündig. Da ist ihnen einmal mehr der Flughafen Memmingerberg ein Dorn im Auge, weil er viel mehr Menschen aus- als Touristen einfliege und ökologischer Wahnsinn sei; da bekommt Kemptens OB den Spitznamen «Kleinstadt-Rambo» verpasst, weil er die Grünen bei der Besetzung von Ausschüssen ausgebootet habe; da wird Landrat Kaiser vorgeworfen, die Kreisküche sei wegen fehlender Qualität eigentlich eine Einladung zu allen Döner- und Pizza-Buden in Schulnähe: «Der Kreis trägt das Risiko, Uli Geiger macht den Profit.»

Als schlagkräftige Solistin in Niedersonthofen bewährt sich zum dritten Mal Renate Künast, die erstmal Lorbeerkränze an die Lokalmatadoren verteilt: «Kemptens CSU macht schon gar keinen Aschermittwoch mehr - wenns so weitergeht, klappt das noch, dass die Regierung in München nicht hält.» Nach «drei vertanen Jahren» der schwarz-roten Koalition in Berlin, die kein einziges Problem gelöst habe, fordert die frühere Landwirtschaftsministerin einen neuen Gesellschaftsvertrag: «Wenn wir nicht mehr auf Kosten anderer leben wollen, brauchen wir eine andere Politik», auch eine «Wirtschaftpolitik, die heute dafür sorgt, dass wir anders produzieren». Als «dritte industrielle Revolution» hat Künast eine Ökologisierung im Auge, die zum Beispiel bis 2030 eine Stromgewinnung aus erneuerbarem Energie zu 100 Prozent erreicht.

Konsequenten Klimaschutz und hohe Investitionen in die Bildung sieht ihr «grünes Investitionspaket» vor. Ihre Vision: «die Mechatronikerin, die Elektroautos repariert, der Schlosser, der Windräder wartet und der Schornsteinfeger, der Energieberater ist.»

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