Oberreute
Politiker krempeln die Ärmel hoch

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Ein Kandidatentreffen im Melkstand hat der Bayerische Bauernverband des Landkreises Lindau gestern Abend auf dem Hof der Familie Hitzhaus in Oberreute veranstaltet. Den Landwirten ging es einerseits darum, denjenigen Männern, die um ihre Stimmen bei der Bundestagswahl werben, eine Vorstellung von der Arbeit auf dem Bauernhof zu vermitteln. Außerdem wollten sie konkrete Aussagen zu landwirtschaftspolitischen Fragen und Problemen beantwortet haben. Obwohl die Veranstaltung zur Stallzeit (17 Uhr) begann, namen sich knapp 40 Westallgäuer Bäuerinnen und Bauern Zeit dafür.

Für das Wettmelken der Kandidaten waren sechs Kühe ausgesucht worden, die «nicht unbedingt am meisten Milch geben, aber stillhalten», wie Herta Hitzhaus erklärte. Alle geladenen Politiker krempelten denn auch die Ärmel hoch und gingen den Kühen an die Euter: Reinhard Strehlke (SPD), Thomas Hartmann (Grüne), Dr. Wilhelm Vachenauer (ÖDP), Stephan Thomae (FDP), Dr. Gerd Müller (CSU) und Oberreutes Bürgermeister Gerhard Olexiuk gingen den Kühen an die Euter. «Kontakt aufnehmen, streicheln, das Euter massieren und es putzen, bis die Milch einschießt», gab Herta Hitzhaus eine kurze Einführung. Dabei blieb das Melken an diesem Abend die einfachere Übung für die Politiker.

Stellvertretender Bauernverbaskreisobmann Elmar Karg wollte danach von den Bundestagskandidaten konkrete Aussagen zu politischen Forderungen der Landwirte hören. Ob sie die Nullsaldierung unterstützen könnten, fragte er (das bedeutet die Abschaffung der Verrechnungen von Milchüberlieferungen mit -unterlieferungen anderer Bauern, somit müsste ab dem ersten überlieferten Liter Milch Strafgeld bezahlt werden) und was sie gegen die Macht der Discounter am Lebensmittelmarkt unternehmen wollten.

Die Antwortrunde der Kandidaten machte deutlich, dass vor allem Gerd Müller für die CSU darum kämpft, die Gunst der Bauern wiederzugewinnen. «Wenn uns die Bauern nicht unterstützen - wer soll sie denn dann vertreten in Berlin?», fragte er. An die Familie Hitzhaus gerichtet sagte Müller: « So ein Hof wie dieser muss im Allgäu Zukunft haben.

» Freilich äußerten auch die anderen Kandidaten einhellig Verständnis für die Anliegen der Landwirte. Thomas Hartmann von den Grünen warnte allerdings vor drastischen Aktionen: «Wenn Milch auf die Felder gespritzt wird, ist das die falsche Botschaft.»

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