Bad Grönenbach / Thal
Poetische Kulturgärten

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Der eine hat sich überlegt, wie man das Hohe Schloss in Bad Grönenbach so weiterbauen könnte, dass darin auch Geld zu verdienen ist, der andere präsentiert sein interkulturelles Projekt «Garten für den Weltgeist», das auch in die Gestaltung des Kneippkurorts einfließen könnte: Auf diese Weise treten Architektur und Kunst in der gemeinsamen Ausstellung von Christian Groß und Reinhard Blank in der Galerie Riedmiller in Bad Grönenbach/Thal in einen spannenden Dialog, den auch Bürgermeister und Gemeinderäte schon verfolgten.

Sieben Monate lang hat sich Groß für seine Architektur-Diplomarbeit an der Fachhochschule Augsburg intensiv mit dem Schloss aus dem 13. Jahrhundert befasst, das zuletzt um 1700 erweitert wurde. Er hat Pläne gezeichnet und zwei Modelle im Maßstab 1:200 gebaut, die das historische Gebäude sinn- und respektvoll erweitern: Ein Wellnesshotel für den Kurort ist dabei herausgekommen.

Philosophische Überlegungen

Sozusagen um diese Entwürfe herum weht der «Weltgeist», den Reinhard Blank auf vielfältige Weise - nicht nur in Grönenbach - sichtbar machen will.

Der konkrete Künstler übersetzt seine philosophischen Überlegungen dazu in mathematisch-geometrische Forme(l)n, variiert etwa quadratische Grundmuster auf dickem Bütten zu labyrinthischen Verschachtelungen oder reiht die Namen aller wichtigen «Denker» aneinander: jedes Jahrhundert erhält gleich viel Platz, deshalb sind die Namen der modernen Philosophen kaum noch zu lesen. Oder er zeigt ganz anschauliche Planungen poetischer Landschaftsgärten.

Hinter allem steckt die Idee, die Kulturen der Welt in unsere zu holen. «Wir lernen uns nur in der Differenz zu anderen Menschen kennen», sagt Blank, «erst wenn wir uns mit anderen Werten beschäftigen, werden wir uns unserer eigenen bewusst.»

Auch für den kleinen, kaum noch wahrgenommenen Bad Grönenbacher Kurpark hinter dem Café Neumair hat Blank so einen «Garten für den Weltgeist» im Sinn, mit klaren Strukturen, einer Wasserfläche, in der sich die Jahreszeiten spiegeln können, einem Pavillon, der Raum zum meditativen Rückzug bietet - und einer Wasserskulptur, in der der «Schatten des Geistes» seinen Ausdruck findet.

Blank könnte sich auch vorstellen, dort 193 Bäume zu pflanzen, für jeden Staat der Erde einen, als symbolische Wertschätzung von allen Völkern der Welt. Aber nicht nur hereinholen will der Künstler das Weltdenken in den Ort, Gedanken macht er sich auch dazu, wie man es wieder hinaustragen könnte: Künstlersymposien stellt er sich dazu zum Beispiel vor oder Treffen mit Geisteswissenschaftlern verschiedener Länder - vielleicht im Schloss - die dann mit ihren Erkenntnissen Bad Grönenbach auch überregional ins Gespräch brächten.

Öffnungszeiten Die Ausstellung von Reinhard Blank und Christian Groß ist noch bis Ende August zu sehen, geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 15 Uhr.

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