Füssen / Reutte
PMG Füssen bleibt ein Sorgenkind

Beim Füssener Automobilzulieferer PMG laufen derzeit Gespräche über einen Sozialplan zum Stellenabbau. Das bestätigte Geschäftsführer Christian Rasch auf Nachfrage unserer Zeitung. Ziel sei es, auf die Auftragslage angemessen zu reagieren, sagte er. Details wollte er angesichts der laufenden Verhandlungen nicht nennen. Kurzarbeit, wie sie derzeit für die 380 Mitarbeiter des Unternehmens gelte, sei langfristig aber nicht das geeignete Mittel.

Produktion nicht verlagern

Das Thema Sozialplan bei PMG Füssen hatte der Vorstandsvorsitzende der Plansee Holding, Dr. Michael Schwarzkopf, beim Jahrespressegespräch am Unternehmenssitz in Breitenwang bei Reutte ins Gespräch gebracht. Plansee ist über ein Joint Venture zu 50 Prozent an PMG beteiligt. «Füssen ist ein mehrdimensionales Thema», so Schwarzkopf. Der Standort leide nicht nur an den Problemen der Automobilindustrie. «Wir hoffen, dass wir mit unseren Maßnahmen und einer passenden Produktlinie dort endlich den Boden finden», so Schwarzkopf. Eine Verschiebung der Produktion zu anderen Standorten schloss er aber aus.

Obwohl der Metallkonzern mit weltweit mehr als 6300 Mitarbeitern auch im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 den Umsatz um zwei Prozent auf 1,1 Milliarden Euro weiter steigerte, kündigte Dr. Schwarzkopf auch für den Stammsitz in Breitenwang bei Reutte eine Stellenreduzierung an. Nachdem 160 Leiharbeiter nicht weiterbeschäftigt werden, soll die Stammbelegschaft von 2000 auf 1800 Mitarbeiter reduziert werden. Das halte man für das für den Standort angemessene Maß, verwies Dr. Schwarzkopf auf den leergefegten Arbeitsmarkt im Außerfern. Bei der Bewältigung der Krise sprach er von «soften» Maßnahmen wie Urlaubs- und Überstundenabbau, die Ausweitung der Kurzarbeit bei der Hartmetall-Tochter Ceratizit und das Angebot, in eine Arbeitsstiftung zu wechseln.

Nach diesem österreichischen Modell können sich Mitarbeiter mit Hilfe einer Abfindung und Arbeitslosengeld beispielsweise einem Studium oder anderen Bildungsmaßnahmen widmen. Mittlerweile zeichne sich ab, dass man eher wieder Mitarbeiter einstellen müsse, so Schwarzkopf: «In einzelnen Bereichen gibt es schon Engstellen.»

Bei Rohstoffen unabhängiger

Das Umsatzwachtum trotz Krise rührte laut Schwarzkopf vor allem auch vom Kauf des US-amerikanischen Metallpulverherstellers Global Tungsten & Powder, der als vierter Bereich in den Konzern integriert wurde. Mit ihm will man unabhängiger von chinesischen Wolfram-Lieferanten werden.

Als einzigen Wermutstropfen bezeichnete Dr. Schwarzkopf die unsichere Aussicht für das laufende Geschäftsjahr. «Ich glaube, wir haben in vielen Bereichen den Boden gesehen», so Dr. Schwarzkopf. «Aber wir werden nicht sehr schnell wieder bei zehn Prozent Umsatzwachstum sein.» Diese in den vergangenen zehn Jahren gehaltene Marke bleibe aber langfristig das Ziel.

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