Kempten
Plötzlich höhnt Dieter Bohlen von der Rathauswand

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Was ist eigentlich ein ökumenischer Jugendkreuzweg? Szene eins ist schon aufschlussreich: Da liegt ein junger Körper auf der breiten Treppenanlage der Basilika St. Lorenz - die Füße von Ketten umschlungen. Vor dem Portal thront auf einem Hochstuhl der «hohe Richter». Aus dem Volk gellen Rufe: «Du hast gelogen, gemobbt, geschlagen.» Situationen, mit denen auch die 200 Jugendlichen selber häufig konfrontiert werden. Bei jeder der sieben Stationen durch die Kemptener Innenstadt wollen sie den Leidensweg Jesu beleuchten und ins tägliche Leben übersetzen. Dieses Ziel haben sich die zehn teilnehmenden Gruppen gesetzt.

Beispielsweise gibt es mitten in der Fußgängerzone eine szenische Darstellung. Die evangelische Jugend mimt eine tätliche Auseinandersetzung. Ein Schlichter greift ein, wird aber geschlagen und sinkt wehrlos zu Boden. So wie Jesus, der auf der Freitreppe dreimal unters mächtige Balkenkreuz der Jugend 2000 gerät. Dass die Bloßstellung damals wie heute ein großes Thema war und ist, zeigt der Bund der Katholischen Jugend Oberallgäu direkt am Rathaus. An der Ostwand erscheint plötzlich ein Video-Clip, in dem Dieter Bohlen die Ehre eines Superstar-Anwärters niedertrampelt.

«Ein bisschen mulmig»

Vor der St. Mang-Kirche ist der Tod des Gottessohnes besiegelt. Dunkel gekleidete Tänzer und Tänzerinnen vom christlich-sozialen Forum erfassen den Messias - gespielt vom 19-jährigen David. Dem weiß Gewandeten wird es dabei schon «ein bisschen mulmig», wie er später sagt. Obgleich der junge Mann weiß, dass die Gewaltattacken nur angedeuteten Charakter haben.

Gebet und Segen beschließen den ungewöhnlichen Jugendkreuzweg. Pfarrerin Andrea Krakau (St. Mangkirche) und Kaplan Ludwig Waldmüller (St. Lorenz) sind beeindruckt, schließlich hätten die einzelnen Gruppen die Stationen in Eigenregie gestaltet.

Auch Jugendregionalseelsorger Klaus Hellmich (sein Gitarrenspiel und Gesang begeisterten) sieht Erfreuliches: «Unserem Zug durch die City haben sich viele Leute spontan angeschlossen.» Priestern wie Hellmich macht es ganz offensichtlich Spaß, aus der «frommen Ecke herauszugehen, um die Menschen dort abzuholen, wo sie sind.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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