Marktoberdorf
Platz für weiteres Gewerbe

Eine Entscheidung in die Zukunft hinein fällte der Bauausschuss. Es geht dabei um das «Industriegebiet Süd» im Bereich zwischen Marktoberdorfer Bahnhof, Micheletalweg und Johann-Georg-Fendt-Straße. Darin ist die Dieselstraße großzügig ausgebaut und die Max-von-Eyth-Straße keine Sackgasse mehr. Der Haken an der Planung ist, dass die Stadt nicht im Besitz aller Grundstücke ist, um das Vorhaben in absehbarer Zeit verwirklichen zu können. Dennoch wird das Ziel deutlich: Es sollen Baulücken durch neue Gewerbebetriebe geschlossen und die Verkehrsführung verbessert werden.

Komplett neu

Hinter verschlossenen Türen war der Plan vorberaten worden, nun stellten Hubert Sieber vom gleichnamigen Planungsbüro aus Lindau sowie seine Mitarbeiter Michael Griebe (Stadtplanung), Dr. Heidrun Will (Landschaftsplanung) und Katrin Knoblach (Immissionsschutz) ihn öffentlich dem Gremium vor. Es wurde ein komplett neuer Bebauungsplan erstellt. Die alte Fassung stammt aus den 1970er Jahren.

Ein Bau- und Gartenmarkt sowie ein Möbelabholmarkt wurden als Sondergebiet eingestuft. Die übrigen Bereiche gelten als Gewerbe- oder Industriegebiet. Allen gleich ist die Auflage, dass die Geräuschentwicklung tagsüber in Richtung Süden 60 und nachts 45 Dezibel nicht überschreiten darf. Das entspricht etwa der Lautstärke eines Gruppengesprächs beziehungsweise in den Nachtstunden normalen Wohngeräuschen.

In Richtung Südwesten zu den Wohngebieten hin liegen die Grenzwerte bei 55 und 40 Dezibel.

Im Industriegebiet selbst sind, je nach Flurstück, Einzelhandelsbetriebe entweder erst gar nicht zulässig oder sie dürfen keine «zentrumsrelevanten Sortimente» führen. Auf diese Weise soll weitere Konkurrenz für den Handel in der Innenstadt verhindert werden.

Die Sorge von Peter Grotz (Freie Wähler) galt der Entwicklung des bestehenden Baugebiets in Richtung Weibletshofener Straße. Viel weiter als jetzt könne es sich nicht mehr ausweiten, bekam er zur Antwort. Wohl aber lasse sich die Fläche zwischen Wohnbebauung und Max-von-Eyth-Straße noch als Mischgebiet oder eingeschränktes Gewerbegebiet entwickeln, fügte Stadtbaumeister Peter Münsch hinzu.

Vom Schwerlastverkehr entlasten

Am augenfälligsten am Plan ist die Verlängerung der Dieselstraße mit der Anbindung an die Johann-Georg-Fendt-Straße und der Ausbau der Max-von-Eyth-Straße gleichsam zur Ringstraße mit Anschluss an den Micheletalweg. Gerade die Weiterführung der Dieselstraße sei ein Wunsch des Traktorenherstellers AGCO/Fendt, sagte Münsch. Auf diese Weise werde eine leistungsfähige Achse zur Fabrik hin geschaffen und die problematische Johann-Georg-Fendt-Straße mit ihrer 90-Grad-Kurve vom Schwerlastverkehr entlastet. Im Zuge dessen soll auch ein Geh- und Radweg entstehen.

Einstimmig empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat, diesen Bebauungsplan öffentlich auszulegen. (af)

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