Marktoberdorf / Augsburg
Planfeststellung dauert noch länger

«Beim Zeitplan für das Planfeststellungsverfahren zur Umgehung Marktoberdorf ist noch alles offen», dies stellte Karl-Heinz Meyer als Sprecher der Regierung von Schwaben auf Nachfrage unserer Zeitung klar. Denn noch immer fehlen einige Stellungnahmen und Änderungen.

Wie berichtet, wurden zu Beginn des Jahres die Pläne für eine Umgehung Marktoberdorfs öffentlich ausgelegt. Zudem waren Behörden und Fachverbände aufgerufen, Stellung zu beziehen. Die Wünsche und Einwände aus diesem Verfahren waren im Juni Thema bei einem dreitägigen Erörterungstermin, bei dem die Betroffenen direkt mit den Vertretern des Staatlichen Bauamts Kempten reden konnten.

Aus den schriftlichen Einwänden und der Erörterung ergaben sich laut Meyer eine Reihe von Aufträgen und Veränderungsvorschlägen an das Staatliche Bauamt, das Baurecht für die Umgehung erlangen will. Diese werden derzeit noch bei den Planern in Kempten geprüft.

Existenzgefährdung prüfen

Die Regierung in Augsburg wartet zudem noch auf Stellungnahmen des Amtes für Landwirtschaft. Denn die Behörde in Kaufbeuren soll beurteilen, ob Landwirte in Bertoldshofen und Altdorf durch die Trasse in ihrer Existenz gefährdet sind. Einige Bauern hatten beklagt, dass die geplante Trasse ihre Wiesen sehr ungünstig durchschneide, der Landverbrauch für den Straßenbau zu großen Flächenverlusten führe und die Zufahrt zu vielen Wiesen erschwert werde.

Stellungnahmen angefordert wurden zudem von den Naturschutzbehörden. Denn die Bevölkerung in Burk drängt auf einen neuen, breiteren Verbindungsweg nach Bertoldshofen, da die Tunneltrasse für Radfahrer und Traktoren nicht benutzbar ist. Eine Verbreiterung der Fahrbahn beeinträchtigt aber einen kleinen Bach. Dazu müssen die Naturschützer eine Stellungnahme abgeben.

Thema mehrerer Gespräche war ferner die Frage, wer künftig für welche Straße zuständig ist. Denn wenn die B16 von Füssen kommend nach Osten über das Geltnachtal zur B12 geführt wird, möchte der Staat die Verantwortung für die Straße abgeben, die durch die Innenstadt verläuft. Das Gleiche gilt für die B472 von Schongau kommend. Hier soll die Verbindung von Bertoldshofen bis zur B12-Auffahrt Geisenried abgestuft werden. Aktueller Verhandlungsstand ist, dass die alte B472-Trasse zur Staatsstraße wird und die Stadt die Verbindung durch die Kernstadt (Rauhkreuzung, Kaufbeurener Straße) übernimmt. Dem muss allerdings noch die Oberste Bayerische Baubehörde in München zustimmen.

Kreisverkehr im Süden?

Laut Josef Merk vom Staatlichen Bauamt Kempten werden nun einige Details überplant, beispielsweise die Lage von Unter- oder Überführungen bei Bertoldshofen. Außerdem sei ein Kreisverkehr in der Diskussion, der am südlichen Ende der Füssener Straße in Marktoberdorf die Anbindung der Stadt an die Umgehung übernehmen könnte.

Erst wenn all diese Punkte geklärt sind, kann die Regierung über den «Bauantrag» des Straßenbauamtes entscheiden. Doch dann müsse zunächst auch noch geprüft werden, ob die Tekturen eine neue Auslegung der Pläne nötig machen. Bis der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, so Meyer, werde es wohl noch «geraume Zeit dauern».

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