Kaufbeuren
Pläne auf den Boden geholt

Architekt Klaus Kehrbaum muss sich noch mal in Klausur begeben. Der Planer wurde vom städtischen Bauausschuss beauftragt, weitere Möglichkeiten für die Erweiterung des Jakob-Brucker-Gymnasiums auszuarbeiten. Alternativen, die günstiger sind als die ausgearbeitete Variante, nach der vier neue Klassenzimmer auf das Dach des Neubaus gesetzt werden sollen. Die Kosten würden bei rund 1,2 Millionen Euro liegen.

Der Betrag war für alle Sitzungsteilnehmer eine unliebsame Überraschung. Denn die Kalkulation hatte laut städtischem Hochbauamtsleiter Klaus Scholz erst kurz vor der Sitzung vorgelegen. Die Planer sind bei diesem Projekt unter Druck: «Die stetig steigenden Schülerzahlen zeigen, dass auch zukünftig das Gymnasium zusätzlichen Raumbedarf benötigt», so Scholz, der von einem «engen Zeitrahmen» sprach. Denn der Zuschussantrag muss bis Ende September bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden, damit das Vorhaben in das Programm für 2010 kommt. Zuvor steht das Thema noch auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung.

Wie die Baukosten von deutlich über einer Million Euro bei der Dachvariante zustande kommen, erklärt Architekt Klaus Kehrbaum im Kern mit Brandschutzrichtlinien und statischen Erfordernissen. Als Vorteile nannte er die Anbindung ans Gebäude, einen guten energetischen Standard und mehr Fläche. Das wollte die Ausschussmitglieder aber nicht recht überzeugen, zumindest nicht vor dieser Kostenkulisse. Oberbürgermeister Stefan Bosse zeigte sich wenig angetan davon, dass die Kosten für vier Klassenzimmer etwa so hoch seien wie für die komplette neue Mensa des Gymnasiums. «Ich hätte mit etwas mehr als der Hälfte gerechnet», so Bosse. Er hält die Pläne für «schwer darstellbar» im neuen Haushalt, zumal die Stadt auch von Zuschüssen abhängig sei. «Das ist nicht zu realisieren», meinte Ernst Schönhaar (CSU). «Wir brauchen Alternativen.»

Alexius Batzer, KI-Stadtrat und Mitglied der Schulleitung des Jakob-Brucker-Gymnasiums, sah die Erweiterung schon in weite Ferne rücken. «Da hört der Spaß auf», sagte er. «Das Haus ist voll, wir brauchen die Räume.» Selbst ein neues Gymnasium in Buchloe brächte nur eine marginale Entlastung. «Es geht nicht um irgendetwas Besonderes», so Batzer, «sondern um Platz für die Kinder.»

Atrium und Wiese bieten sich an

Im Verlauf der Diskussion wurden mehrere ebenerdige Varianten neben der Dachlösung ins Spiel gebracht. Platz biete sich demnach auch im Atrium des Altbaus und auf der Freifläche an, wo derzeit Unterrichtscontainer als Übergangslösung aufgestellt sind. «Ich bin zuversichtlich, dass wir noch eine Lösung finden, die ein paar 100000 Euro günstiger ist», so Oberbürgermeister Stefan Bosse.

Kehrbaum soll seine Vorschläge in der kommenden Stadtratssitzung präsentieren.

Unberührt davon ist die bereits beschlossene umfangreiche energetische Sanierung der Schule. Insgesamt kostet das Vorhaben knapp 3,3 Millionen Euro - wovon aus Töpfen des Konjunkturpaketes II des Bundes 2,85 Millionen Euro kommen.

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