Marktoberdorf
Plädoyer gegen die Abhängigkeit vom Öl und von der Atomenergie

«Energiepolitik ist Friedenspolitik»: Leidenschaftlich untermauerte Raimund Kamm, früherer Grünen-Landtagsabgeordnetet und seit Jahrzehnten Aktivist der Anti-Atomkraftbewegung, diese These beim Antikriegstag im Pfarrsaal St. Magnus in Marktoberdorf. Den Aktionstag hatte der DGB-Ortsverband erneut mit Arbeiterwohlfahrt, Grünen, CSU, Freien Wählern, KAB, Kolping, Naturfreunden und SPD organisiert.

Ein Kriegsgrund fiele weg

Nachdem Peter Hausmann vom DGB-Ortsverband den Aufruf zum diesjährigen Antikriegstag («Kriege vermeiden - Krisen bekämpfen - die Weltwirtschaft neu ordnen») verlesen hatte, übergab er das Wort an Raimund Kamm. Diplom-Ökonom Kamm sprach über die zunehmenden Kriegsgefahren beim «Kampf ums Öl», wie auch über die Gefahren, die bei Angriffen auf Atomanlagen drohen, und sagte, dass man mit einer «verantwortbaren Energiepolitik» die Atomkraft ganz abschaffen und durch erneuerbare Energien ersetzen könne.

Auch der Irak-Krieg sei durch den Kampf um Öl motiviert gewesen. England und die USA hätten zudem schon seit Jahrzehnten in Ländern wie Iran oder im Nahen Osten gewaltsame «Ölsicherungspolitik» betrieben, so Kamm. Ihm zufolge liegen die größten Ölvorräte der Welt im Nahen Osten.

Außerdem sei etwa die Hälfte des weltweit förderbaren Öls bereits gefördert. Kamms Fazit: Man würde einen häufigen Kriegsgrund aus der Welt schaffen, wenn sich die Industrienationen von Öl-, Gas, Uran- und Kohleimporten unabhängiger machen könnten.

Laut Raimund Kamm stellt aber auch die Atomenergie eine große Gefahr für den Frieden in der Welt dar. Er verwies auf eine mit «höchstem wissenschaftlichen Aufwand» betriebene Untersuchung, bei der zwischen 1980 und 2003 an Krebs erkrankte Kleinkinder in Deutschland untersucht wurden und mit nicht erkrankten Kleinkindern verglichen wurden. Hauptergebnis: Je näher ein Kleinkind an einem AKW wohne, desto höher sei das Risiko, an Krebs zu erkranken.

«Wahnsinnige Gefahren»

«Die Gefahren der Atomenergie und der menschengemachten Erderwärmung sind wahnsinnig, aber wir können uns mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien schnell von dieser unserer Erde bedrohenden Energiewirtschaft befreien», fasste Kamm seine Ansichten zu Erdöl und Atomenergie zusammen.

Abschließend stellte er die Forderungen seiner nach eigenen Angaben auf über 700 Mitglieder angewachsenen Bürgerinitiative «Forum gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik» vor (siehe Infokasten). In einer Gesprächsrunde gab es dann noch Gelegenheit, ausführlich über das Thema zu diskutieren.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen