Lindenberg
«Pionier» in Sachen Naturkost

Tee, Kosmetika, Milchprodukte, Obst, Wein und Brot vom Demeter-Bäcker - auf 80 Quadratmetern Verkaufsfläche findet sich in dem Geschäft an der Hauptstraße ein komplettes Warenangebot in Sachen «Bio». Seit 20 Jahren betreibt Günther Lang den einzigen Naturkostladen in Lindenberg.

Günther Lang ist für den Westallgäuer Handel so etwas wie ein «Bio-Pionier». Als er den Laden vor 20 Jahren zusammen mit seiner damaligen Frau übernahm, war das Angebot biologisch hergestellter Waren noch sehr überschaubar. Ein kleiner Verkaufsraum ohne Lager an der Badstraße reichte. Mit dem Umzug in die Hauptstraße vor zehn Jahren hat der Naturkostladen seine Fläche mehr als verdoppelt. Nötig, um das erweiterte Sortiment anbieten zu können.

«Heute gibt es kaum noch etwas, was es nicht gibt», beschreibt Günther Lang den Wandel im «Biobereich». Beispiel Kosmetik: Als der Lindenberger anfing, hatte er zwei Gesichtscremes im Angebot, heute gibt es von Nagellack bis hin zum Lippenstift das ganze Sortiment auch in Bio. «Viele Dinge könnten in einem Feinkostgeschäft stehen», beschreibt Günther Lang die Entwicklung gerade im Bereich der Naturkost-Lebensmittel.

«Bio» ist ein gutes Stück weit normales Geschäft geworden. Bemerkbar macht sich das an der Logistik. Früher kam ein Großhändler zweimal die Woche zu Günther Lang und brachte frisches Obst, Gemüse, Milch und Käse, heute wird der Frischebereich fünfmal die Woche bedient, schildert der Einzelhändler. Freilich hat die Normalität auch seine Schattenseiten: Wo zwischen Produzenten, Lieferanten und Einzelhändler ein faires Miteinander herrschte, gibt es heute schon mal unverhoffte Preiserhöhungen, die Lang ins Grübeln bringen.

Wer sich vor 20 Jahren mit Bio beschäftigte, tat das in der Regel aus und mit Überzeugung. Das war bei Günther Lang nicht anders. Ein «gewisses Umwelt- und Ernährungsbewusstsein» sei bei ihm da gewesen, sagt er. Ein dreiviertel Jahr lang arbeitete er auch bei einem Biobauern in der Region auf dem Acker mit.

«Bio ist eine gute Sache für den Menschen. Gerade für Leute mit Gesundheitsproblemen», ist Lang überzeugt. Ein Dogmatiker ist er dabei aber nie gewesen. «Ich esse auch heute noch einen Leberkässemmel, wenn die Wurst gut gemacht ist», sagt er.

Viele Stammkunden

Den größten Teil seines Umsatzes macht Günther Lang mit Stammkunden, viele von ihnen kommen seit Jahren. Auch wenn sich beim Absatz die Discounter bemerkbar machen, klagen will Lang über die Geschäftsentwicklung nicht. Um dauerhaft zu bestehen, hilft ihm eine Berufseinstellung, die er während der Lehre bei Ludwig Bufler gelernt hat. Lang: «Sei ehrlich dem Kunden gegenüber. Der will nicht beschissen werden».

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ